Femonationalismus
Beschreibung
Der Schutz von Frauen (analog Kinder; bei LGBT: Homonationalismus) wird zum Argument für migrations- und islamfeindliche Forderungen. Koppelt die Darstellung des »fremden« Mannes als Täter mit der Selbstdarstellung als aufgeklärte Beschützerin — und macht so eine ausgrenzende Position auch in liberalen Milieus anschlussfähig.
Erkennungsmerkmale
- Frauen-/Kinderschutz als Begründung einer Migrations-/Islam-Abwehrmaßnahme
- der »fremde« Mann pauschal als Bedrohung, »unsere« Frauen als zu rettende Opfer
- ein progressiver Wert (Gleichberechtigung) im Dienst einer ausgrenzenden Forderung
Bausteine
- umkehr
- etikettieren
Wirksame Gegenrede
Nicht in die Falle gehen und gegen Frauen-/Kinderschutz argumentieren, sondern die Vereinnahmung offenlegen: Gegenüber wem gilt diese Sorge — und warum wird Gleichberechtigung gerade dort entdeckt, wo sie sich gegen Migranten wenden lässt?
Herkunft
Eigenergänzung
Beleg
Sara R. Farris, »In the Name of Women's Rights: The Rise of Femonationalism« (Duke UP 2017; zuerst 2011, Feministische Studien); analog Jasbir Puar, »Homonationalism«; auf die AfD angewandt von Andreas Kemper. Höherstufige Diskursfigur i. S. der DHA-Unterscheidung Strategie/sprachliche Mittel (Reisigl/Wodak).