Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Daniel Wald (AfD)

„Sei es bei der Organisation von linken Demonstrationen, sog. „antirassistischen“ Campusfesten, politischen Konzerten oder von „antifaschistischen“ Vortragsveranstaltungen.“

Quelle

Sprecher
Daniel Wald (AfD)
Datum
2021-08-18
Quelle
Drucksache 8/81 — Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung – Abgeordneter Daniel Wald (AfD) Förderung des Studierendenrates der Marti
Fundort
Drucksache 8/81
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp8/drs/d0081aak.pdf
Beleg-ID
fs-bild-0355

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffDelegitimieren

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Delegitimieren: Quelle und Sache trennen: Der Angriff auf die Instanz beantwortet die Sachfrage nicht. Die prüfbare Aussage von der angegriffenen Quelle lösen und für sich prüfen. · Angenommen, die Quelle wäre dir gleichgültig — stimmt der Inhalt? Worauf stützt sich deine Ablehnung der Sache selbst? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung setzt die Selbstbezeichnungen »antirassistisch« und »antifaschistisch« durch Anführungszeichen typografisch in Distanz, ohne ein einziges inhaltliches Argument gegen die bezeichneten Veranstaltungen vorzubringen. Die Ironisierung suggeriert, die Begriffe seien Tarnung für tatsächlich linksextreme Positionen, und delegitimiert damit einen im Grundgesetz verankerten Wert, ohne dass diese Unterstellung explizit behauptet – und damit angreifbar – gemacht würde.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich setze zwei kleine Zeichen um eure Worte, und schon ist die Botschaft da, ohne dass ich sie ausgesprochen habe. »Antirassistisch«, »antifaschistisch« – in Anführungszeichen wird daraus: das nennen die sich nur so, gemeint ist etwas anderes. Ich muss nicht beweisen, dass dahinter linksextreme Umtriebe stecken, ich muss es nur andeuten, und die Anführungszeichen tun die Arbeit für mich. Käme jemand und würde mir vorwerfen, ich stelle Antirassismus als Lüge hin, sage ich: Das sind doch nur Anführungszeichen, nicht meine Worte. So kassiere ich den Verdacht ein, ohne je die Verantwortung für eine Behauptung zu tragen – und wer den Satz einfach liest, hat den Verdacht trotzdem schon im Kopf.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung setzt Anführungszeichen um »antirassistisch« und »antifaschistisch«, obwohl es sich um bloße Selbstbezeichnungen der genannten Veranstaltungen handelt. Die typografische Distanzierung suggeriert, diese Begriffe seien uneigentlich gemeint oder Tarnung, ohne dass eine inhaltliche Begründung dafür geliefert wird. So wird aus einer neutralen Aufzählung studentischer Aktivitäten der Verdacht einer camouflierten linksextremen Agenda, ohne dass die Anfrage dies explizit behaupten müsste.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich setze einfach zwei Anführungszeichen, und schon habe ich behauptet, ohne etwas behauptet zu haben. »Antifaschistisch« in Gänsefüßchen heißt: das ist nur ein Etikett, das sich diese Leute selbst umgehängt haben, in Wahrheit steckt etwas anderes dahinter. Ich muss nicht sagen, was — die Anführungszeichen erledigen die Unterstellung für mich, während ich in der Anfrage selbst nur brav nach Fördergeldern frage. Wer mich später darauf anspricht, dem sage ich: Das waren doch nur Anführungszeichen, nicht meine Worte. Aber jeder Leser hat den Subtext schon verstanden: Wer sich antifaschistisch nennt, ist eigentlich linksextrem. Das Wort trägt den Verdacht, ich trage keine Verantwortung dafür.

Begriffe in dieser Aussage

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