Belegte Aussage — AfD-Fraktion
„Beispiele aus den vergangenen Jahren zeigen, dass sich Unterrichtsinhalte und schulische Projekte teilweise zu politischen Kampagnen entwickeln, bei denen Schüler nicht als selbständig Denkende, sondern als Zielgruppe für weltanschaulich-ideologische Überzeugungsarbeit betrachtet werden.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
Dramatisieren / DammbruchKampfbegriffPauschalisierenVerschweigen / HalbwahrheitSprachkritische Analyse
Die Formulierung entlehnt mit »weltanschaulich-ideologische Überzeugungsarbeit« einen Begriff aus dem Vokabular politischer Mobilisierung und überträgt ihn pauschal auf reguläre Schulprojekte wie politische Bildung, Demokratieprojekte oder Gedenkstättenbesuche. Sie unterstellt den Schülern dabei, bloße »Zielgruppe« statt selbständig Denkende zu sein, und verschweigt, dass es sich um gesetzlich verankerte pädagogische Angebote mit Bildungsauftrag handelt, nicht um Agitation. So wird aus regulärer Werteerziehung ein dramatisierter Verdachtsfall politischer Kampagnenarbeit.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nehme ein Wort aus dem Werkzeugkasten der Propaganda — »Überzeugungsarbeit« — und lege es über etwas, das in Wahrheit ganz gewöhnlicher Unterricht ist: eine Gedenkstättenfahrt, ein Demokratieprojekt, ein Werteseminar. Sobald das Wort einmal fällt, klingt jede Schulstunde wie eine Kampagne, jeder Lehrer wie ein Agitator. Ich sage nicht, dass politische Bildung gesetzlicher Auftrag der Schule ist — das würde meine Erzählung entkräften. Stattdessen behaupte ich, die Schüler würden nicht als eigenständig Denkende behandelt, sondern als bloße »Zielgruppe« — dabei ist genau das Gegenteil, das Einüben eigenen Urteils, der erklärte Zweck solcher Projekte. Wer meinen Antrag liest, soll am Ende glauben, hinter jedem Klassenausflug zur Gedenkstätte stecke ein ideologischer Plan gegen die Kinder.