Belegte Aussage — AfD Sachsen-Anhalt (Landesverband)
„Dadurch verarmt das geisteswissenschaftliche Studium, das größtenteils nur noch in der Einübung eines gewissen Jargons besteht.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffPauschalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung ersetzt eine inhaltliche Kritik an geisteswissenschaftlicher Lehre durch ein abwertendes Bild: Aus Fachsprache und -methodik wird "ein gewisser Jargon", aus wissenschaftlicher Ausbildung eine bloße "Einübung" – also Drill statt Denken. Damit pauschalisiert der Satz ganze Studiengänge zu leerem Nachplappern, ohne einen einzigen Begriff, eine Methode oder einen Befund zu benennen, an dem sich diese Behauptung prüfen ließe.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne keine einzige Theorie, keinen Autor, keine Methode – das würde nur zeigen, dass ich mich auskenne und womöglich zeigen, dass da tatsächlich etwas zu verstehen ist. Stattdessen sage ich "ein gewisser Jargon": vage genug, dass sich niemand konkret wehren kann, abschätzig genug, dass jeder sofort das Bild vom hohlen Fachchinesisch im Kopf hat. "Einübung" ist mein Lieblingswort in diesem Satz – es macht aus einem Studium eine Dressur, aus Studierenden Papageien. Wer das liest, muss die Fächer nicht kennen, um sie zu verachten; das Wort liefert das Urteil gleich mit. Und weil ich nichts belege, kann mir auch niemand widersprechen, ohne selbst erst die ganze Beweisarbeit zu leisten, die ich mir gespart habe.