Belegte Aussage — AfD Sachsen-Anhalt (Landesverband)
„Stattdessen wurde eine unkritische, dem Leitkonzept der multikulturellen Gesellschaft verpflichtete, soziologisch statt philologisch arbeitende Islamwissenschaft installiert, die der Politik der Altparteien auf Knopfdruck Bestätigungen und Gefälligkeitsgutachten liefert.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDelegitimierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung entwertet die etablierte Islamwissenschaft in einem Zug, indem sie ihr eine methodische Abweichung („soziologisch statt philologisch") als politische Käuflichkeit auslegt. Der Ausdruck „auf Knopfdruck" unterstellt eine mechanische, willfährige Auftragsproduktion und ersetzt so die Möglichkeit fachlichen Dissenses durch den Vorwurf der Bestellarbeit. Damit wird nicht eine einzelne Studie kritisiert, sondern die gesamte Disziplin als Institution delegitimiert.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne die Methode meiner Gegner nicht falsch, ich nenne sie käuflich — das ist der wirksamere Vorwurf, denn gegen eine Meinung kann man argumentieren, gegen eine Bestellung nicht. „Soziologisch statt philologisch" klingt nach einer fachlichen Beobachtung, aber ich brauche sie nur, um den eigentlichen Satz vorzubereiten: dass diese Wissenschaft „auf Knopfdruck" liefert, was die Politik bestellt. Damit erspare ich mir jede inhaltliche Auseinandersetzung mit ihren Befunden — wer gekauft ist, hat ja ohnehin nichts zu sagen. Und weil ich das „Leitkonzept der multikulturellen Gesellschaft" als ihre heimliche Ideologie benenne, wird aus einer Fachrichtung ein Lager. Mein eigenes „Institut für kritische Islamforschung" braucht diesen Generalverdacht als Kontrastfolie: erst wenn die bestehende Wissenschaft als gekauft gilt, erscheint meine Alternative als die unabhängige.