Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Das, werte Kollegen, ist die schwarze Pädagogik unserer Tage.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung übernimmt einen historisch belasteten Fachbegriff für autoritäre, körperlich gewaltsame Erziehungspraxis des 18./19. Jahrhunderts und wendet ihn unvermittelt auf heutige wertorientierte politische Bildung an. Der Vergleich verschweigt jeden inhaltlichen Unterschied zwischen Züchtigung und Demokratieerziehung und erzeugt so den Eindruck, staatliche Bildung sei Ausdruck derselben Unterdrückung wie die historische Praxis.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich greife zu einem Begriff, der schon vorbelastet ist — »schwarze Pädagogik« kennt jeder als Chiffre für Prügel und seelische Gewalt an Kindern. Diese Empörung übertrage ich, ohne einen einzigen Beleg zu liefern, auf die Demokratieerziehung von heute. Dass hier niemand geschlagen oder gedemütigt wird, dass es um Werteunterricht geht, sage ich nicht — der Begriff soll die Assoziation allein besorgen. Wer widerspricht, muss jetzt gegen »schwarze Pädagogik« argumentieren, nicht gegen mich. So wird aus einer politischen Meinungsverschiedenheit über Lehrpläne ein Vorwurf der Kindesmisshandlung, ohne dass ich das Wort selbst je hätte beweisen müssen.