Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Sie machen Wahlkampf auf dem Rücken der Schulen. Sie selbst sind ein roter Vorgaukler und Volksverdummer. - Das dazu.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung ersetzt die Sachauseinandersetzung über den Gesetzentwurf durch einen persönlichen Angriff: Mit »roter Vorgaukler« wird dem Redner der LINKEN nicht ein Sachargument, sondern eine Täuschungsabsicht unterstellt, während »rot« ihn zugleich auf seine Parteifarbe reduziert und so als parteiisch diskreditiert. Der Zusatz »Volksverdummer« verstärkt den Vorwurf ins Kollektive und suggeriert, das eigentliche Anliegen richte sich nicht gegen die AfD, sondern gegen »das Volk«.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich habe kein Gegenargument zum Schulgesetz, also brauche ich keins zu liefern — ich mache aus dem Redner selbst das Problem. »Vorgaukler« sagt: Was er vorträgt, ist ohnehin nur Täuschung, seine Zahlen und Sorgen über die Schulversorgung muss niemand mehr prüfen. Mit »rot« hänge ich ihn an seine Partei, nicht an seine Aussage — wer für die Linke spricht, spricht für mich automatisch unglaubwürdig. Und mit »Volksverdummer« drehe ich die Sache endgültig um: Nicht ich verweigere die Debatte, er ist es, der das Volk hintergeht. Wer das mitspricht, hat den Gesetzentwurf schon vergessen und urteilt nur noch über den Sprecher.