Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Was dagegen in Osnabrück unter Führung des gewieften Islamlobbyisten Bülent Ucar getrieben wird, muss als Salafismus in Nadelstreifen bezeichnet werden.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSelbst-EtikettierungSprachkritische Analyse
Die Formulierung koppelt den Alarmbegriff »Salafismus« mit dem bürgerlichen Signalwort »Nadelstreifen« und wendet die Wortschöpfung auf einen namentlich benannten, etablierten islamischen Theologen an. Dadurch wird akademische, staatlich anerkannte Islamlehre nicht widerlegt, sondern durch Etikettierung mit Radikalismus gleichgesetzt — der Anschein von Gefahr ersetzt die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Position.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche kein einziges Argument gegen Ucars Theologie — ich brauche nur ein Etikett, das sich einprägt. »Salafismus« liefert den Schrecken, »Nadelstreifen« liefert die Pointe: seht her, der Extremist trägt Anzug und spricht Deutsch, er hat sich bloß getarnt. Dass er an einer staatlichen Universität lehrt, begutachtet und anerkannt ist, spielt keine Rolle mehr, sobald das Wortspiel sitzt — im Gegenteil, gerade seine Seriosität wird zum Beweis der Tarnung umgedeutet. Wer widerspricht, muss jetzt erst das Etikett widerlegen, bevor er überhaupt zur Sache kommt. So spare ich mir die Auseinandersetzung mit der Theologie und liefere stattdessen ein Bild, das hängen bleibt.