Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Es wurde auch durch das Zusammenspiel mit dem Landesschulamt ganz klar: Die CDU will die Schulen plattmachen.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
PauschalisierenKampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung überträgt das Bild gewaltsamer Zerstörung — »plattmachen« meint eigentlich Abreißen, Niederwalzen — auf eine geordnete verwaltungspolitische Entscheidung über Schulstandorte. Damit unterstellt sie der CDU eine aktive, fast mutwillige Zerstörungsabsicht, wo tatsächlich ein Verfahren aus Schulentwicklungsplanung, demografischer Prognose und Ressourcenabwägung steht. Der drastische Kampfbegriff pauschalisiert zugleich einen komplexen, fallweise zu begründenden Vorgang zu einem einzigen aggressiven Willensakt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche kein Argument gegen die Schulentwicklungsplanung — ich brauche nur ein Verb, das schon selbst urteilt. »Plattmachen« holt das Bild der Abrissbirne in den Plenarsaal: rohe Gewalt gegen etwas Schutzloses. Wer das hört, sieht keine Tabelle mit Schülerzahlen und Sanierungskosten mehr, sondern eine Dorfschule, die mutwillig zerstört wird. Dass jede Schließung an Kriterien hängt, die ich selbst mittragen könnte, sage ich nicht — ich brauche den Eindruck von Willkür, nicht die Debatte über Kriterien. Und weil ich »die CDU« sage, nicht »die Verwaltung« oder »das Schulamt«, wird aus einem Verfahren ein Feind mit Absicht. Ein Wort, ein Bild, ein Urteil — die Zahlen kann ich mir sparen.