Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Wir würden gut daran tun, uns schon einmal über die Remigration der Flüchtlinge und ihrer Kinder Gedanken zu machen.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
Selbst-EtikettierungChiffre / Dog WhistleSprachkritische Analyse
Die Formulierung kleidet eine weitreichende Rückführungsforderung in den Ton eines nüchternen Zukunftshinweises ("Gedanken machen"). Das Verwaltungswort "Remigration" verdeckt, dass hier ausdrücklich auch die in Deutschland aufgewachsenen oder geborenen Kinder Geflüchteter gemeint sind, und suggeriert einen technischen Vorgang statt eines biografischen Eingriffs in bereits verwurzelte Leben. So wird ein Vorschlag mit erheblicher Tragweite als sachlich-planerische Selbstverständlichkeit präsentiert.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht "abschieben", ich sage "Remigration" — ein Wort, das nach Statistik klingt, nicht nach einem Leben, das man aus seiner Schule, seiner Sprache, seinem Freundeskreis reißt. Und ich sage nicht nur "die Flüchtlinge", ich füge "und ihrer Kinder" an, ganz beiläufig, als wäre das eine logische Fußnote und keine Bombe. Diese Kinder sind hier geboren, hier zur Schule gegangen, kennen vielleicht kein anderes Land — das erwähne ich nicht, weil es die Selbstverständlichkeit meines Vorschlags zerstören würde. Ich forme den Satz als sanfte Einladung zum Nachdenken, "wir würden gut daran tun", nicht als Forderung, damit niemand zusammenzuckt. So kann das Sellner-Programm der Identitären als beiläufige politische Zukunftsplanung durch den Plenarsaal wandern, und wer widerspricht, wirkt, als sei er gegen vorausschauendes Regieren, nicht gegen die Vertreibung von Kindern.