Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Lieber ein Bildungsministerium, das ein Wörtchen mitzureden hat, als eine Gleichstellungsfurie mit Haaren auf der Zunge“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung ersetzt die Amtsbezeichnung »Gleichstellungsbeauftragte« durch eine Wortschöpfung, die zwei frauenfeindliche Bildquellen verschmilzt: die mythologische Rachegöttin »Furie« und das Klischee der zänkischen, unbeherrschten Frau (»Haare auf der Zunge«). Damit wird nicht die Funktion oder ihre Entscheidungen kritisiert, sondern die Person über ihr Geschlecht diffamiert — ein Sachargument wird durch Spott ersetzt, während die Gegenposition (»ein Wörtchen mitzureden«) als vernünftiges Minimum erscheint.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss keine Sacharbeit widerlegen, wenn ich der Person, die sie macht, das Menschsein streitig mache. »Furie« holt eine Rachegöttin herbei — jemanden, der nicht argumentiert, sondern tobt und zerstört; wer will schon von einer Rachegöttin regiert werden. »Haare auf der Zunge« hängt das älteste Klischee an: die zänkische Frau, die keiner ernst nimmt, weil sie ja immer nur nörgelt. Ich muss nicht sagen, was an der Gleichstellungsarbeit falsch sei — ich muss nur dafür sorgen, dass das Wort selbst schon lacht, bevor irgendjemand einen Antrag gelesen hat. Und indem ich daneben ein Bildungsministerium stelle, das bloß »ein Wörtchen mitzureden« habe, wirkt meine Position wie das gemäßigte, vernünftige Gegenstück — nicht wie das, was sie ist: die Abwertung einer Frau in einem staatlichen Amt über ihr Geschlecht.