Belegte Aussage — Christian Hecht (AfD)
„Das sieht auch die demokratische AfD-Fraktion (Lachen - Stefan Ruland, CDU: Immer wieder sagen! - Jörg Bernstein, FDP: Bis ins Mark!) im Landtag so und erkennt die Notwendigkeit an.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
Selbst-EtikettierungSprachkritische Analyse
Die Selbstbezeichnung »demokratische AfD-Fraktion« wird beiläufig in eine sachfremde bau- und kulturpolitische Debatte eingestreut, ohne jeden inhaltlichen Bezug zum Redegegenstand. Die wiederholte, situationsunabhängige Zuschreibung von demokratischer Legitimität dient der präventiven Immunisierung gegen den öffentlich erhobenen und amtlich gestützten Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit. Dass Oppositionsabgeordnete die Formel im Plenum unmittelbar mit Lachen und Zwischenrufen quittieren, zeigt, wie durchschaubar diese Selbstetikettierung im Raum wahrgenommen wird.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich rede über ein Mehrzweckgebäude einer Kunsthochschule, aber das Wort, das hängen bleiben soll, ist ein anderes: »demokratisch«. Ich baue es in einen Nebensatz, der mit dem Thema nichts zu tun hat, weil es gerade deshalb wirkt — beiläufig gesagt, klingt es wie eine Selbstverständlichkeit und nicht wie eine Verteidigungsrede. Ich brauche dieses Etikett nicht heute, sondern für jede Zeitungszeile, jeden Verfassungsschutzbericht, jede Debatte über meine Partei — je öfter es im Protokoll steht, desto mehr wird daraus ein Zitat, das sich gegen den Einstufungs-Vorwurf ins Feld führen lässt. Dass die anderen im Saal lachen, stört mich nicht — im Gegenteil, das Lachen beweist, dass sie sich provoziert fühlen, und provoziert sein sieht für meine Anhänger aus wie ein weiterer Beleg für die Verfolgung der Unbequemen. So verwandle ich einen Zwischenruf über Bauplanung in einen weiteren Baustein meiner Legitimität.