Belegte Aussage — Daniel Wald (AfD)
„Es geht ihnen nicht um die Integration lernbehinderter Kinder oder die zwanghafte Ausmerzung geschlechtlich veranlagter Ausbildungspräferenzen.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
PauschalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung wählt für eine schulische Praxis der geschlechterunabhängigen Berufsorientierung den Begriff „Ausmerzung" — ein historisch belastetes Wort für gewaltsame Beseitigung — und unterstellt damit einen Zwangseingriff in etwas als „geschlechtlich veranlagt", also natürlich, Bezeichnetes. So wird eine moderate pädagogische Maßnahme zur Erweiterung von Berufswahloptionen als aggressiver Angriff auf eine naturgegebene Ordnung umgedeutet, ohne dass diese Umdeutung selbst begründet werden müsste.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche kein Argument gegen die Berufsorientierung, ich brauche nur das richtige Wort. „Ausmerzung" trägt seine Bedeutung schon in sich — wer es hört, denkt an Auslese, an Vernichtung von etwas Unerwünschtem, nicht an ein Beratungsgespräch in der neunten Klasse. Indem ich die Präferenzen „geschlechtlich veranlagt" nenne, erkläre ich sie zur Natur, die man nicht anrühren darf, bevor irgendjemand über Statistik oder Ursachen von Berufswahl geredet hat. So verschwindet die eigentliche Maßnahme — Mädchen zeigen, dass es auch Technik gibt, Jungen, dass es auch Pflege gibt — hinter dem Bild eines Zwangsregimes, das etwas Natürliches „ausmerzt". Wer mir widerspricht, verteidigt in meiner Erzählung nicht Chancengleichheit, sondern einen Übergriff auf die Natur der Kinder.