Belegte Aussage — Daniel Wald (AfD)
„Wie ein entschuldigendes Mantra wiederholen die vermeintlichen Würdenträger unseres Landes seit Monaten die Behauptung, die Coronakrise sei die größte Herausforderung für unser Land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDelegitimierenSprachkritische Analyse
"Vermeintliche" entzieht den Amtsträgern vorab die Legitimität ihres Titels, ohne einen Gegenbeweis liefern zu müssen; der Vergleich mit einem "Mantra" stellt eine sachliche Einschätzung als bloße rituelle Wiederholung ohne eigenen Gedanken dar. So wird nicht die Aussage über die Coronakrise widerlegt, sondern die Sprecher selbst als unglaubwürdig markiert.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss nicht beweisen, dass die Einschätzung zur Coronakrise falsch ist — ich muss nur dafür sorgen, dass niemand mehr glaubt, sie sei ernst gemeint. Dafür reicht ein Wort: "vermeintlich". Schon sind es keine Würdenträger mehr, sondern Leute, die sich den Titel bloß anmaßen. Und wenn ich ihre Aussage dann noch "Mantra" nenne, mache ich aus einer Einschätzung ein leeres Ritual, das man murmelt, ohne nachzudenken — fast wie eine Entschuldigung, die man loswerden will. So bleibt am Ende nicht die Frage, ob die Einschätzung stimmt, sondern nur der Eindruck: die da oben reden sich raus.