Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Daniel Wald (AfD)

„Wie ein entschuldigendes Mantra wiederholen die vermeintlichen Würdenträger unseres Landes seit Monaten die Behauptung, die Coronakrise sei die größte Herausforderung für unser Land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.“

Quelle

Sprecher
Daniel Wald (AfD)
Datum
2020-06-11
Quelle
Stenografischer Bericht 7/102 — Zweite Beratung Entwurf eines Sechsten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Förderung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege des Landes SachsenAnhalt Gesetzentwurf Fraktion DIE LINKE Drs. 7/5928 Landtag von Sachsen-Anhalt - Stenografischer Bericht 7/102 - 11.06.2020 Beschlussempfehlung Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration - Drs. 7/6126 b) Fährverbindungen im Land sichern Antrag Fraktion AfD - Drs. 7/6070 (Erste Beratung in der 98. Sitzung des Landtages am 30.03.2020)
Fundort
Plenarprotokoll 7/102, TOP 10
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/102stzg.pdf
Beleg-ID
fs-bild-2116 · Absatz aus fs-bild-abs-0699

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffDelegitimieren

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Delegitimieren: Quelle und Sache trennen: Der Angriff auf die Instanz beantwortet die Sachfrage nicht. Die prüfbare Aussage von der angegriffenen Quelle lösen und für sich prüfen. · Angenommen, die Quelle wäre dir gleichgültig — stimmt der Inhalt? Worauf stützt sich deine Ablehnung der Sache selbst? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

"Vermeintliche" entzieht den Amtsträgern vorab die Legitimität ihres Titels, ohne einen Gegenbeweis liefern zu müssen; der Vergleich mit einem "Mantra" stellt eine sachliche Einschätzung als bloße rituelle Wiederholung ohne eigenen Gedanken dar. So wird nicht die Aussage über die Coronakrise widerlegt, sondern die Sprecher selbst als unglaubwürdig markiert.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich muss nicht beweisen, dass die Einschätzung zur Coronakrise falsch ist — ich muss nur dafür sorgen, dass niemand mehr glaubt, sie sei ernst gemeint. Dafür reicht ein Wort: "vermeintlich". Schon sind es keine Würdenträger mehr, sondern Leute, die sich den Titel bloß anmaßen. Und wenn ich ihre Aussage dann noch "Mantra" nenne, mache ich aus einer Einschätzung ein leeres Ritual, das man murmelt, ohne nachzudenken — fast wie eine Entschuldigung, die man loswerden will. So bleibt am Ende nicht die Frage, ob die Einschätzung stimmt, sondern nur der Eindruck: die da oben reden sich raus.

Begriffe in dieser Aussage

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