Belegte Aussage — AfD-Fraktion
„Der gegen Russland geführte Wirtschaftskrieg darf sich nicht auch auf Kultur, Wissenschaft und Bildung ausdehnen und so zum Kulturkampf mutieren.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffNaturalisierenSprachkritische Analyse
Der Begriff "Wirtschaftskrieg" deutet Sanktionspolitik als aktive Kriegshandlung um, statt als Reaktion auf einen Angriffskrieg zu benennen, und stellt damit die Reihenfolge von Ursache und Gegenmaßnahme auf den Kopf. Das Verb "mutieren" naturalisiert die befürchtete Ausweitung auf Kultur und Bildung als organischen, fast biologischen Prozess, dem man nur zusehen kann, statt ihn als politische Entscheidung zu benennen.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne die Sanktionen gegen Russland "Krieg" — dann steht nicht mehr da, wer zuerst einmarschiert ist, sondern nur noch, wer wen mit welchen Waffen bekämpft, und das klingt symmetrisch. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zu behaupten, dieser "Krieg" könnte sich auf Kultur und Bildung ausdehnen — nicht weil irgendjemand das beschließt, sondern weil er "mutiert", wie ein Virus, das sich von selbst verändert. So muss ich niemanden konkret beschuldigen, eine Kulturkampf-Politik zu betreiben; die Gefahr entsteht scheinbar von allein, und ich bin nur der, der rechtzeitig warnt.