Belegte Aussage — AfD-Fraktion
„mit der Abwicklung der gescheiterten Energiewende zu beginnen“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung setzt das Scheitern der Energiewende als bereits erwiesene Tatsache voraus, statt es zu behaupten oder zu belegen — die eigentliche Bewertung ist damit der Debatte entzogen, bevor sie beginnt. Das Verb „Abwicklung" überträgt zusätzlich die Wortwahl der Nachwendezeit (Abwicklung von DDR-Betrieben und -Institutionen) auf ein energiepolitisches Projekt und rahmt es damit als ein System, das ohnehin zum Untergang bestimmt ist und nur noch verwaltet abgeräumt werden muss.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich packe das Urteil ins Adjektiv, nicht in einen Satz, den man widerlegen könnte: „gescheiterte Energiewende" — wer das nachspricht, hat schon zugestimmt, ohne dass ich einen Beweis geliefert habe. Über das Scheitern diskutiere ich also gar nicht mehr, ich beginne einen Schritt weiter, bei der Frage, wie man das Gescheiterte entsorgt. Und dafür wähle ich „Abwicklung" — ein Wort, das jeder in diesem Land mit 1990 verbindet, mit Treuhand, mit Betrieben, die über Nacht keine Zukunft mehr hatten. Wer das Wort hört, hört nicht Energiepolitik, sondern Systemende. So wird aus einer strittigen politischen Kurskorrektur ein Abwickeln wie damals — unvermeidlich, historisch bereits entschieden, nur noch eine Frage der Ausführung.