Belegte Aussage — AfD-Fraktion
„Braunkohlestandort Sachsen-Anhalt erhalten - stoffliche Kohlenutzung ausbauen, energetische Kohlenutzung fortsetzen“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
EuphemismusSprachkritische Analyse
Die Formulierung ersetzt den unmittelbar verständlichen Vorgang — Braunkohle wird verbrannt, um Strom zu erzeugen und dabei CO2 freizusetzen — durch einen technisch-neutralen Verwaltungsbegriff. »Energetische Kohlenutzung« benennt einen Zweck (Energiegewinnung), verschweigt aber den Prozess (Verbrennung) und dessen Folge (Emission). Die Verbindung mit »stoffliche Kohlenutzung« lässt beide Verwendungsarten wie gleichrangige, technisch austauschbare Optionen erscheinen und entzieht der Kohleverbrennung damit die klimapolitische Brisanz.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht »Verbrennung«, ich sage »energetische Nutzung« — das klingt nach Ingenieurssprache, nicht nach Schornstein und Rauch. Wer »Kohleverbrennung« hört, denkt an CO2, an Klimabilanzen, an Kraftwerke, die stillgelegt gehören. Wer »energetische Kohlenutzung« liest, denkt an einen Verwendungszweck unter mehreren, so neutral wie »stoffliche Nutzung« daneben. Ich stelle beide Begriffe bewusst nebeneinander, damit die Verbrennung wie eine gleichwertige, technische Verwertungsoption wirkt und nicht wie das, was sie ist: der größte einzelne CO2-Posten der Region. So kann ich für den Erhalt eines Kohlestandorts werben, ohne das Wort zu benutzen, das die Debatte sofort eröffnen würde.