Belegte Aussage — AfD-Fraktion
„Der heimische Bodenschatz der Braunkohle in Sachsen-Anhalt wird mindestens bis zum Jahre 2038 zur Stromerzeugung genutzt“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
EuphemismusNaturalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung bezeichnet Braunkohle als »heimischen Bodenschatz« und stellt sie damit in die Kategorie von Naturgütern, über die man qua Herkunft ein legitimes Verfügungsrecht hat. Der Begriff »Bodenschatz« naturalisiert einen fossilen Energieträger zu etwas kostbar Gewachsenem, das man nicht verschwendet, sondern nutzt — Klimafolgen der Verbrennung kommen im Satz nicht vor.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht »fossiler Brennstoff«, ich sage »Bodenschatz« — ein Wort, das nach Reichtum klingt, den die Erde uns geschenkt hat, nicht nach einem Stoff, dessen Verbrennung CO2 freisetzt. Das »heimisch« davor tut den Rest: was aus dem eigenen Boden kommt, gehört uns, und wer den Ausstieg fordert, verzichtet auf etwas, das uns zusteht. So verwandle ich eine energiepolitische Entscheidung in eine Frage der Selbstachtung — wer die Kohle unter Sachsen-Anhalt liegen lässt, verschenkt sein Erbe. Über Emissionen, Erderwärmung, die eigentliche Kostenseite verliere ich kein Wort — der Begriff selbst hat sie schon unsichtbar gemacht, bevor ich ein Argument bräuchte.