Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Daniel Roi (AfD)

„Wir bauen zwar Nennleistung auf, das Problem ist aber, dass wir diese Zufallsenergie nicht steuern können.“

Quelle

Sprecher
Daniel Roi (AfD)
Datum
2025-09-11
Quelle
Stenografischer Bericht 8/96 — Zweite Beratung Entwurf eines Gesetzes zur Akzeptanzsteigerung und Beteiligung beim Ausbau der erneuerbaren Energien Gesetzentwurf Landesregierung - Drs. 8/4020 Beschlussempfehlung Ausschuss für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt - Drs. 8/5907 (Erste Beratung in der 65. Sitzung des Landtages am 24.04.2024)
Fundort
Plenarprotokoll 8/96, TOP 4
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/096stzg.pdf
Beleg-ID
fs-ener-0422

Kodierte sprachliche Mittel

Kampfbegriff

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung ersetzt den fachsprachlichen Begriff der volatilen, wetterabhängigen Erzeugung durch »Zufallsenergie« und verschiebt damit die Bewertung von einer technischen Eigenschaft (Schwankung, die im Netz gemanagt wird) zu einem Werturteil (Willkür, Unberechenbarkeit). Der Satz stellt zudem »Nennleistung aufbauen« gegen »nicht steuern können« und suggeriert so einen Widerspruch zwischen Ausbau und Kontrollierbarkeit, ohne dass tatsächliche Netzsteuerungsinstrumente erwähnt werden. So wird Wind- und Solarstrom pauschal als unseriös gegenüber der »Grundlast« erzeugt, bevor überhaupt eine Zahl oder ein Argument folgt.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich nehme das Wort »volatil« aus dem Fachjargon und ersetze es durch »Zufall« — schon ist aus einer messbaren Schwankung eine Laune der Natur geworden, der man nicht trauen kann. Wer von Zufall redet, muss nicht erklären, dass Wetterprognosen, Lastmanagement und Speicher diese Schwankung längst kalkulierbar machen; »Zufall« klingt, als könne niemand etwas dagegen tun. Ich stelle den Ausbau der Nennleistung dagegen — seht her, wir bauen und bauen, aber steuern können wir es angeblich nicht. So wird jeder Zubau selbst zum Beleg meiner These: je mehr Windräder, desto mehr Unberechenbarkeit. Dass konventionelle Kraftwerke ebenfalls ausfallen und geplant werden müssen, sage ich nicht — nur bei den Erneuerbaren nenne ich das Unplanbare beim Namen. So sitzt das Wort fest, bevor eine einzige Zahl zur Netzstabilität überhaupt gefallen ist.

Begriffe in dieser Aussage

Weitere Fundstellen zum Thema klima