Belegte Aussage — Dr. Jan Moldenhauer (AfD)
„Zur Einordnung: Beim Bericht des Weltklimarates handelt es sich um die Bibel der Klimaideologen selbst. In dieser klimaideologischen Bibel wird die Renaissance der Kernenergie propagiert.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDelegitimierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung überträgt eine Religions-Metapher auf einen wissenschaftlichen Sachstandsbericht und setzt damit begutachtete Klimaforschung mit unhinterfragtem Dogma gleich. Statt die Inhalte des IPCC-Berichts fachlich zu bestreiten, wird seine Autorität pauschal delegitimiert, indem "Ideologie" und "Bibel" evidenzbasierte Aussagen in den Rang von Glaubenssätzen herabstufen. Die eigentliche Pointe der Rede — das Werben für Kernenergie — wird so gegen einen angeblich dogmatischen Gegner in Stellung gebracht, ohne dass ein einziges Argument gegen die Berichtsinhalte selbst vorgebracht werden muss.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss nicht ein einziges Kapitel dieses Berichts widerlegen — ich muss ihn nur umtaufen. Nenne ich ihn "Bibel", brauche ich keine Studien, keine Daten, keine Gegenargumente mehr; ich habe ihn schon in die Kategorie "Glaube" verschoben, wo Beweise ohnehin nicht zählen. "Klimaideologen" tut den Rest: Wer sich auf den Bericht beruft, ist kein Wissenschaftler mehr, sondern ein Gläubiger, der seinen Kanon zitiert. So kann ich im nächsten Satz für die Kernenergie werben, ohne mich mit einer einzigen Zahl des IPCC auseinandersetzen zu müssen — wer dogmatisch ist, hat schließlich kein Argument, das man ernst nehmen müsste. Der Trick funktioniert nur, weil ich das Wort "Bibel" wähle und nicht "Studie" oder "Gutachten" — die Metapher erledigt die Delegitimierung, bevor der Inhalt überhaupt zur Sprache kommt.