Belegte Aussage — Lydia Funke (AfD)
„Gegenfrage: Weshalb sitzen da eigentlich militante Naturschutzorganisationen wie Greenpeace mit am Verhandlungstisch? Das ist unfassbar.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDelegitimierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung überträgt das Gewaltattribut »militant« auf Umweltverbände wie Greenpeace und rückt sie damit sprachlich in die Nähe extremistischer Akteure, obwohl sie hier als legale Teilnehmer eines offiziellen Verhandlungsgremiums auftreten. Die anschließende rhetorische Frage (»Weshalb sitzen die da eigentlich …«) unterstellt, ihre Beteiligung sei per se illegitim, statt ihr fachliches Mandat inhaltlich zu bestreiten. So wird ziviler Sacheinspruch durch bloße Wortwahl in eine Sicherheitsfrage umgedeutet.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss nicht ein einziges Argument gegen Greenpeace vorbringen, mir genügt ein Adjektiv. »Militant« ruft Bilder von Gewalt und Bedrohung auf, die mit Baumbesetzungen und Protestbannern nichts zu tun haben, aber genau das reicht, damit niemand mehr nach ihrem eigentlichen Mandat in der Kommission fragt. Meine Frage »Weshalb sitzen die da eigentlich mit am Tisch?« ist keine echte Frage — ich will keine Antwort, ich will, dass die Anwesenheit selbst wie ein Skandal klingt. So spare ich mir jede inhaltliche Auseinandersetmit den Kohleausstiegsargumenten der Umweltverbände und verschiebe die Debatte dahin, wer überhaupt reden darf. Wer meinem Sprachbild folgt, hält am Ende nicht mehr den Klimaschutz für diskussionswürdig, sondern die Legitimität der Diskutierenden.