Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Frank Otto Lizureck (AfD)

„Solche konkreten Daten fehlen vollständig. Stattdessen gibt es nur ideologisch getriebene Forderungen - Larifari.“

Quelle

Sprecher
Frank Otto Lizureck (AfD)
Datum
2025-06-11
Quelle
Stenografischer Bericht 8/90 — a) Zweite Beratung Artensterben ernst nehmen Naturschutzstrategie auf den Weg bringen Antrag Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 8/3872 Änderungsantrag Fraktion Die Linke Drs. 8/3925 Beschlussempfehlung Ausschuss für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt - Drs. 8/5450 neu (Erste Beratung in der 63. Sitzung des Landtages am 21.03.2024) b) Erste Beratung Artenreiche Lebensräume erhalten und schützen Antrag Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 8/5579
Fundort
Plenarprotokoll 8/90, TOP 20
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/090stzg.pdf
Beleg-ID
fs-ener-0816 · Absatz aus fs-ener-abs-0217

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffDelegitimieren

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Delegitimieren: Quelle und Sache trennen: Der Angriff auf die Instanz beantwortet die Sachfrage nicht. Die prüfbare Aussage von der angegriffenen Quelle lösen und für sich prüfen. · Angenommen, die Quelle wäre dir gleichgültig — stimmt der Inhalt? Worauf stützt sich deine Ablehnung der Sache selbst? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung stellt der gegnerischen Position — konkrete Forderungen zum Artenschutz — pauschal das Etikett »ideologisch getrieben« entgegen, ohne einen einzigen Inhalt zu widerlegen. Der Kampfbegriff suggeriert einen Gegensatz zwischen »Ideologie« und »Daten«, den der Sprecher selbst nicht belegt — er benennt keine fehlende Zahl konkret, sondern nutzt die bloße Behauptung des Datenmangels als Sprungbrett zur Abwertung. So wird die Auseinandersetzung mit dem Argument durch eine Delegitimierung des Absenders ersetzt.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich muss mich mit keiner einzigen Zahl der Grünen auseinandersetzen, wenn ich zuerst behaupte, es gäbe keine. Also sage ich, konkrete Daten fehlten »vollständig« — eine Behauptung, keinen Beleg — und schon habe ich die Bühne frei für das eigentliche Wort: »ideologisch getrieben«. Das Wort tut die ganze Arbeit für mich. Es sagt: die andere Seite glaubt, ich aber rechne. Ich muss nicht zeigen, welche Zahl fehlt oder warum sie falsch wäre — »Larifari« genügt als Urteil, weil es nach Überlegenheit klingt, nicht nach Gegenrede. Wer meinen Satz nachspricht, hat schon akzeptiert, dass hier Fakten gegen Gesinnung stehen — und dass ich auf der Seite der Fakten stehe, ganz ohne eine einzige zu nennen.

Begriffe in dieser Aussage

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