Belegte Aussage — Dr. Jan Moldenhauer (AfD)
„Der vorliegende Antrag zeigt erneut, dass die GRÜNEN in politischen Wunsch- und Wahnwelten leben.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDelegitimierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung verschmilzt zwei Komposita zu einer Steigerungsfigur: »Wunschwelt« unterstellt bloße Realitätsferne, »Wahnwelt« ruft die Assoziation zu Wahn und Geisteskrankheit auf. Statt den Energiepreis-Antrag der GRÜNEN inhaltlich zu widerlegen, wird dessen Urheberschaft als irrational und krankhaft markiert — eine Delegitimierung, die jede sachliche Auseinandersetzung mit dem Antrag erübrigt, bevor sie beginnt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss diesen Antrag nicht widerlegen, ich muss ihn nur unglaubwürdig machen. Also nehme ich »Wunschwelt« — das klingt noch harmlos, nur ein bisschen naiv — und steigere es zu »Wahnwelt«. Mit diesem einen Wort hänge ich der ganzen Fraktion den Anschein einer Realitätsstörung an, ohne je das Wort »krank« aussprechen zu müssen. Wer so etwas vorschlägt, dem muss man nicht mehr zuhören, den muss man nur noch bedauern. So spare ich mir jede Zahl, jedes Gegenargument zum Abwehrschirm gegen die Energiepreiskrise — ich muss nur den Eindruck erzeugen, dass hier jemand die Realität verloren hat.