Belegte Aussage — Gordon Köhler (AfD)
„Was jedoch nicht zur Pflicht gehört, ist es natürlich, auch gesellschaftspolitischen Irrsinn aufzunehmen. Aber genau das ist in dem vorliegenden Gesetzentwurf zu finden.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung ersetzt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Gesetzentwurf durch ein pauschales Pathologie-Urteil: »gesellschaftspolitischer Irrsinn« erklärt die Materie für unvernünftig, statt einen einzigen Punkt zu benennen, der falsch oder schädlich wäre. Wer dem Kampfbegriff folgt, muss den Entwurf nicht mehr lesen — er ist schon als Wahn abgetan, bevor ein Argument fällt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne es Irrsinn, weil ich mir damit die Beweislast erspare. Würde ich sagen, was am Gesetzentwurf konkret falsch ist, müsste ich argumentieren — und das ist mühsam und angreifbar. Sage ich stattdessen »Irrsinn«, ordne ich das ganze Thema, Gender-Mainstreoung, Klimaschutz, kommunale Zuständigkeiten, in die Schublade des Unvernünftigen, noch bevor irgendjemand nachfragen kann. Wer mir widerspricht, verteidigt dann scheinbar nicht eine Position, sondern etwas, das per Definition schon nicht bei Verstand ist. Das Wort tut die Arbeit, die ein Argument tun müsste, nur schneller und ohne Angriffsfläche.