Belegte Aussage — Gordon Köhler (AfD)
„Dabei habe ich wieder an diesen Geschlechtsidentitätswahnsinn gedacht; denn an den Stellen, an denen die Verwendung des Wortes „Personen“ in der Vorlage selbst sicherlich als inklusive Formulierung vertretbar ist, ist die direkte Verwendung von Geschlechtsidentität ein politischer Tiefpunkt.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDramatisieren / DammbruchSprachkritische Analyse
Die Formulierung verschmilzt den nüchternen Rechtsbegriff »Geschlechtsidentität« mit dem Suffix »-wahnsinn« zu einem Kompositum, das die Sache selbst als Realitätsverlust framt. Statt ein Sachargument gegen die konkrete Gesetzesformulierung vorzutragen, wird das Thema insgesamt als irrational markiert und damit aus der ernsthaften Debatte hinauskatapultiert. Der dramatisierende Zungenschlag (»politischer Tiefpunkt«) verstärkt den Effekt: Nicht die Formulierung wird geprüft, sondern verurteilt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nehme den Fachbegriff, mit dem Juristen und Verwaltung ganz nüchtern arbeiten, und hänge ihm »-wahnsinn« an — fertig ist ein Wort, das schon in sich das Urteil trägt, bevor ich ein einziges Argument geliefert habe. Wer »Geschlechtsidentität« sagt, redet plötzlich nicht mehr über Inklusion, sondern über etwas Krankhaftes, Enthemmtes. Ich muss nicht erklären, was an der Formulierung im Gesetzestext falsch sein soll — das Wort erledigt die Arbeit für mich, jedes Mal, wenn es fällt. Und weil ich es als »politischen Tiefpunkt« framte, bekommt meine Ablehnung noch den Anschein einer moralischen Mahnung obendrauf. So spare ich mir die inhaltliche Auseinandersetzung mit einer inklusiven Formulierung, die ich selbst als »vertretbar« einräume — und ersetze sie durch ein Bild von kollektivem Kontrollverlust.