Belegte Aussage — Tobias Rausch (AfD)
„Sie entsprechen nicht dem Weltbild, das von Pseudofeministinnen mit Blick auf Frauenquoten und zum Teil vonseiten des Parlaments gefordert wird.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung stellt Feministinnen, die sich für Frauenquoten einsetzen, als »Pseudo«-Feministinnen dar — als bloße Vortäuscherinnen eines Anspruchs, den sie angeblich nicht erfüllen. Die Vorsilbe ersetzt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Position durch ein pauschales Echtheitsurteil über die Person: nicht die Forderung wird widerlegt, sondern deren Trägerinnen werden als unecht markiert.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss mich mit Frauenquoten inhaltlich gar nicht auseinandersetzen, wenn ich schon die Absenderinnen für unecht erkläre. »Pseudo-« ist dafür das perfekte Werkzeug: Es klingt wie ein Fachbegriff, aber es ist ein Urteil — es sagt, hier spricht keine Feministin, sondern jemand, der nur so tut. Wer für Quoten ist, outet sich damit selbst als Blender, noch bevor ein einziges Argument gefallen ist. So spare ich mir die Debatte über Gleichstellungspolitik komplett und verschiebe den Streit dorthin, wo ich ihn gewinne: auf die Frage, wer »echt« ist und wer nicht.