Belegte Aussage — Tobias Rausch (AfD)
„Bereits Anfang Januar 2016 - es ist nicht so, dass wir uns das ausdenken -, also kurze Zeit nach der bereichernden Silvesternacht, stand in einem Artikel des „Spiegel“ Folgendes zu lesen“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
EuphemismusSprachkritische Analyse
Die Formulierung entlehnt das migrationspolitische Positivwort „Bereicherung" und wendet es sarkastisch auf die Kölner Silvesternacht 2015/16 an. Durch diese ironische Kontrastierung wird der ursprüngliche Begriff selbst als naiv oder verlogen diskreditiert, während zugleich unterstellt wird, die Ereignisse von Köln seien repräsentativ für Migration insgesamt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nehme das Wort, das meine Gegner benutzen, um Zuwanderung positiv zu rahmen, und drehe es gegen sie. „Bereichernd" – dieses Wort sage ich nicht aus Versehen, ich sage es, damit jeder die Häme hört, ohne dass ich sie ausbuchstabieren muss. Ich brauche keine Statistik, kein Argument: Ein Adjektiv genügt, um Köln zum Beweis für alles zu machen, was ich über Migration ohnehin schon behaupte. Wer das Wort „Bereicherung" je ernsthaft benutzt hat, kann sich jetzt nur noch schämen – genau das will ich. Und weil ich nur zitiere, was angeblich „im Spiegel stand", klinge ich sachlich, während der Sarkasmus die eigentliche Botschaft trägt.