Belegte Aussage — Ulrich Siegmund (AfD)
„Es geht nicht um die Frauen, die nicht wissen, ob sie ein Fuchs sind oder irgendetwas anderes. Es geht um richtige Frauen, die überlegen, wie sie einer Familie eine vernünftige Lebensgrundlage schaffen können.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
Selbst-EtikettierungDelegitimierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung setzt "richtige Frauen" gegen eine höhnisch verzerrte Karikatur von Trans-Personen ("ob sie ein Fuchs sind oder irgendetwas anderes") und etikettiert so eine Gruppe implizit als uneigentlich, während die eigene Referenzgruppe als selbstverständliche Norm erscheint. Die Gegenüberstellung delegitimiert Trans-Identität, ohne sie beim Namen zu nennen, und suggeriert, echte Frauenpolitik habe mit dieser Gruppe nichts zu tun.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht "Trans-Frauen", das würde mich angreifbar machen — ich sage "die, die nicht wissen, ob sie ein Fuchs sind", und mache die Existenz einer Gruppe zur lächerlichen Pose. Damit muss ich nichts beweisen, ich muss nur lachen lassen. Dann stelle ich "richtige Frauen" daneben, unschuldig, als wäre das eine reine Beschreibung und keine Grenzziehung. Wer meiner Logik folgt, hat die Einteilung schon akzeptiert, bevor er merkt, dass er über Politik reden wollte und nicht über Zugehörigkeit. Und falls mir jemand Ausgrenzung vorwirft, sage ich: Ich habe doch nur über Frauen im ländlichen Raum gesprochen.