Belegte Aussage — Daniel Roi (AfD)
„Wenn sich dieser EU-Schulz, wie ich ihn nenne, immer mehr zum Liquidator der SPD entwickelt, hilft das den Familien trotzdem nicht.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung überträgt einen Begriff aus dem Wirtschaftsrecht — den Liquidator, der eine insolvente Firma abwickelt — auf eine Person und deren Partei. Damit wird der politische Niedergang der SPD nicht als Ergebnis von Wählerentscheidungen oder Politik beschrieben, sondern als technischer, fast unabwendbarer Vorgang, für den ein einzelner Funktionsträger verantwortlich zeichnet. Die Wortwahl suggeriert Endgültigkeit und Kälte, ohne dass ein einziges politisches Argument gegen Schulz vorgebracht werden müsste.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich hole mir ein Wort aus der Insolvenzordnung, das jeder kennt: Liquidator, der Mann, der die Firma abwickelt, wenn nichts mehr zu retten ist. Sage ich das über Schulz, muss ich keine einzige seiner Positionen widerlegen — ich muss nur behaupten, die SPD sei bereits ein Fall fürs Konkursgericht. Das Bild erledigt die Arbeit für mich: kalt, technisch, unaufhaltsam, wie ein Naturgesetz der Marktwirtschaft, nicht wie ein politischer Streit, den man führen könnte. Und weil ich »EU-Schulz« davorsetze, ist auch gleich klar, wessen Auftrag er angeblich ausführt — nicht der eigenen Partei, sondern von außen. So wird aus einem Parteivorsitzenden ein Abwickler im Dienst fremder Interessen, ganz ohne dass ich das je beweisen müsste.