Belegte Aussage — Lydia Funke (AfD)
„verstockt und machtverzückt die Parlamentsarbeit der AfD zu hintertreiben und uns auch noch zu verbieten, dass wir dieses Thema ins Parlament einbringen“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSelbstviktimisierungSprachkritische Analyse
Die Formulierung unterstellt der politischen Konkurrenz einen rauschhaften, fast pathologischen Umgang mit Macht (»machtverzückt«) und positioniert die eigene Fraktion zugleich als Opfer einer Behinderung ihrer parlamentarischen Arbeit. Zwischen der Charakterisierung der Gegenseite und der Selbstdarstellung als Betroffener besteht kein sachlicher Zusammenhang, der belegt würde – beides wird nur nebeneinandergestellt. Der eigentliche Streitpunkt, die konkrete Parlamentsarbeit, verschwindet hinter dem Bild von Rausch und Behinderung.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich könnte sagen, dass die anderen Fraktionen meine Anträge ablehnen oder mein Rederecht einschränken – das wäre der übliche parlamentarische Vorgang. Stattdessen sage ich, sie seien »machtverzückt«, als hätte Macht sie berauscht und um den Verstand gebracht. Und in derselben Bewegung mache ich mich zum Opfer: man wolle mir »verbieten«, mein Thema einzubringen. So wird aus einer normalen Mehrheitsentscheidung ein Akt der Willkür Berauschter gegen eine wehrlose Minderheit – und ich muss nicht erklären, warum meine Position in der Sache eine Mehrheit verfehlt.