Belegte Aussage — Robert Farle (AfD)
„Das ist eine gleichgeschaltete Presse, so wie sie DIE LINKE haben will.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
DelegitimierenDramatisieren / DammbruchSprachkritische Analyse
Die Aussage bezeichnet die Presse mit dem Begriff „gleichgeschaltet“ – einem historisch belasteten Ausdruck aus der NS-Zeit für die erzwungene Vereinheitlichung von Medien und Institutionen unter dem Regime – und stellt damit die heutige Presselandschaft in die Nähe totalitärer Kontrolle. Zugleich wird die Verantwortung dafür DIE LINKE zugeschrieben, ohne dass ein konkreter Beleg für eine solche Einflussnahme genannt wird.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich greife zum stärksten Wort, das die deutsche Sprache für erzwungene Medienkontrolle kennt – gleichgeschaltet – und lade damit die heutige Presse mit dem Schatten des Nationalsozialismus auf. Einen Beleg brauche ich nicht, das Wort allein erzeugt schon das Bild einer gelenkten, unfreien Öffentlichkeit. Und weil ich die Schuld nicht bei mir selbst suchen will, schiebe ich sie DIE LINKE zu – so wird aus meiner Medienkritik ein angeblicher Abwehrkampf gegen eine neue Diktatur. Wer mir widerspricht, verteidigt dann scheinbar die Gleichschaltung.