Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Robert Farle (AfD)

„Dort gibt es überhaupt keine Coronaeinschränkungen mehr, weil sie begriffen haben, dass das eine Fake-Pandemie war.“

Quelle

Sprecher
Robert Farle (AfD)
Datum
2021-05-27
Quelle
Stenografischer Bericht 7/126 — Beratung
Fundort
Plenarprotokoll 7/126, TOP 6
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/126stzg.pdf
Beleg-ID
fs-gsnd-0481 · Absatz aus fs-gsnd-abs-0057

Kodierte sprachliche Mittel

Leugnen & VerharmlosenDesinformation

Gegenstrategie gegen Leugnen & Verharmlosen: Erst den Leugnungstyp bestimmen (bestritten, kleingeredet, ›nicht so gemeint‹?), dann gezielt: Beleg vorlegen, Wiederholungsmuster zeigen oder die wörtliche Benennung einfordern — und die Beweislast nicht übernehmen: Nicht widerlegt heißt nicht widerlegt, nicht wahr. · Was sagt die gesicherte Beleglage — und bestreitest du sie, oder redest du sie nur klein? · argumentationstheoretisch

Gegenstrategie gegen Desinformation: Nach dem belegten Widerlegungs-Gerüst antworten: den Fakt zuerst und einprägsam, die falsche Behauptung genau einmal nennen, den Trugschluss dahinter erklären, den Fakt wiederholen — mit kausaler Alternative statt bloßem ›stimmt nicht‹. · Stimmt die behauptete Tatsache — was sagen die prüfbaren Quellen, und wie erklärt sich der Vorgang wirklich? · forschungsgestuetzt

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Der Ausdruck „Fake-Pandemie“ bestreitet die Realität der Pandemie als solche und suggeriert mit dem Verweis auf ein Land ohne Einschränkungen, dass deren Aufhebung dort bereits die Fiktionalität der Pandemie belege – eine Schlussfolgerung, die zeitliche Abfolge mit Kausalität verwechselt und den medizinischen Konsens über die Pandemie ignoriert.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich behaupte nicht vorsichtig, die Maßnahmen seien übertrieben gewesen – ich bestreite gleich die ganze Pandemie als „Fake“. Als Beleg reicht mir, dass irgendwo die Einschränkungen aufgehoben wurden; dass das an sinkenden Fallzahlen, Impfquoten oder politischen Abwägungen liegen könnte, erwähne ich nicht. Ich tue so, als wäre „keine Einschränkungen mehr“ gleichbedeutend mit „es gab nie eine Gefahr“ – ein Schluss, den ich nie offen begründen muss, wenn ich ihn nur oft genug wiederhole. So mache ich aus einer weltweiten Krankheitswelle mit vielen Toten eine Erfindung, an die andere angeblich nicht mehr glauben.

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