Belegte Aussage — Jan Wenzel Schmidt (AfD)
„Während viele Branchen wie die Gastronomie noch immer unter dem Verordnungswahn der regierenden Parteien leiden, blieb die Baubranche bisher verschont.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Wortbildung „Verordnungswahn“ pathologisiert staatliches Regulierungshandeln als irrationalen, krankhaften Zustand statt als politische Entscheidung und suggeriert durch den Vergleich mit der „verschonten“ Baubranche eine willkürliche, nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne die Vielzahl staatlicher Verordnungen nicht „Regulierung“ oder „Vorschriften“, sondern „Wahn“ – ein Wort aus der Psychiatrie, das jede Vernunft hinter den Maßnahmen von vornherein ausschließt. So muss ich mich nicht mit dem einzelnen Grund für eine einzelne Verordnung auseinandersetzen, denn Wahnsinn hat per Definition keinen Grund. Den Vergleich mit der Baubranche, die „bisher verschont“ blieb, setze ich dazu, um Willkür zu unterstellen, ohne zu fragen, ob unterschiedliche Ansteckungsrisiken in Innenräumen und auf Baustellen den Unterschied plausibel erklären könnten. So wird aus abgewogener, wenn auch diskutabler Politik ein irrationaler Zustand, dem man nur noch entkommen kann.