Belegte Aussage — Hagen Kohl (AfD)
„Die Corona-Sonderschulden sind Folge einer repressiven Coronapolitik, welche den Menschen und der Wirtschaft deutlich mehr geschadet als genutzt hat.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffPauschalisierenSprachkritische Analyse
Das Adjektiv »repressiv« deutet die gesamte Pandemiepolitik als staatliche Unterdrückung um und unterstellt damit eine autoritäre Absicht statt einer gesundheitspolitischen Abwägung. Die Formulierung pauschalisiert unterschiedliche Maßnahmen verschiedener Zeiträume und Zuständigkeiten zu einer einzigen, durchgehend repressiven »Politik«. Die Kausalkette zu den Corona-Sonderschulden wird behauptet, nicht belegt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne die gesamte Pandemiepolitik »repressiv« und mache damit aus einer Vielzahl einzelner, oft umstrittener Maßnahmen ein einheitliches Bild staatlicher Unterdrückung. Dass Abwägungen zwischen Gesundheitsschutz und Freiheitsrechten stattfanden, verschiedene Akteure verschiedene Entscheidungen trafen, blende ich aus – »repressiv« kennt keine Nuancen. Die Schulden hänge ich einfach an dieses Bild an, als hätte die »Repression« sie verursacht, nicht die Pandemie selbst. So wird aus einer komplexen Lage ein einfacher Schuldspruch: Der Staat hat unterdrückt, und dafür zahlen jetzt alle.