Belegte Aussage — Jan Wenzel Schmidt (AfD)
„Sie, Herr Steppuhn, möchten nun mit einem Taschenspielertrick die Aufklärungsarbeit des Untersuchungsausschusses torpedieren, indem Sie so tun, als wäre vom Ursprungsantrag nichts übrig geblieben.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung ersetzt eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Antragsverfahren durch das Bild des Taschenspielers, der täuscht statt zu argumentieren. Sie unterstellt dem Kontrahenten bewusste Täuschungsabsicht, ohne diese inhaltlich zu belegen, und verschiebt den Streit von der Sache auf den Charakter des Gegenübers.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche kein Gegenargument gegen Steppuhns Einwand, ich brauche nur ein Bild, das ihn zum Trickser macht. Ein Taschenspieler zeigt eine leere Hand und zaubert etwas hervor, das nie da war – wer das Wort hört, sieht sofort einen Hütchenspieler, keinen Ausschussmitarbeiter mehr. So muss ich nicht erklären, warum vom Ursprungsantrag angeblich nichts übrig geblieben ist, ich muss nur behaupten, dass er lügt, wenn er das Gegenteil sagt. Wer mir widerspricht, verteidigt dann scheinbar den Trick, nicht die Aufklärung.