Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)

„Sie erklären das Bauhaus für heilig, für unantastbar. Ja, mein Gott, was ist denn das Bauhaus? Sie betreiben einen Bauhauskult.“

Quelle

Sprecher
Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
Datum
2024-10-24
Quelle
Stenografischer Bericht 8/75 — Tagesordnungspunkt 17
Fundort
Plenarprotokoll 8/75, TOP 17
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/075stzg.pdf
Beleg-ID
fs-kult-0460 · Absatz aus fs-kult-abs-0069

Kodierte sprachliche Mittel

Kampfbegriff

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung übersetzt die Wertschätzung eines Kulturerbes in religiöse Kategorien — »heilig«, »unantastbar«, »Kult« — und macht sie so zum Gegenstand irrationaler Verehrung statt zu einer nachvollziehbaren denkmalpflegerischen Position. Die anschließende Frage »was ist denn das Bauhaus?« verkleinert den Gegenstand zusätzlich, ohne ihn inhaltlich zu behandeln.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich nenne eure Wertschätzung für das Bauhaus einen Kult, damit sie nach Fanatismus klingt statt nach Kulturpolitik. Wer etwas »heilig« und »unantastbar« nennt, betet an — so drehe ich eure Denkmalpflege in Religion um, obwohl ich das Wort »heilig« selbst zuerst in den Mund nehme. »Mein Gott, was ist denn das Bauhaus?« — mit der Frage tue ich so, als sei die Sache trivial, eine bloße Stilfrage, über die ihr euch grundlos ereifert. So muss ich kein einziges Argument gegen das Bauhaus vorbringen; es reicht, eure Haltung dazu lächerlich zu machen.

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