Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Jan Scharfenort (AfD)

„Elmar Theveßen musste sich offiziell entschuldigen für seinen Hass und seine Hetze, die er über Charlie Kirk verbreitet hat. Das können Sie in der Mainstream-Presse sogar nachlesen.“

Quelle

Sprecher
Jan Scharfenort (AfD)
Datum
2025-10-10
Quelle
Stenografischer Bericht 8/99 — Sondervermögen nutzen: Offensive für Schulbau und Schulsanierung in Sachsen-Anhalt starten Beratung Antrag Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 8/5986
Fundort
Plenarprotokoll 8/99, TOP 7
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/099stzg.pdf
Beleg-ID
fs-kult-0546 · Absatz aus fs-kult-abs-0110

Kodierte sprachliche Mittel

Kampfbegriff

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung setzt eine unbenannte Medienquelle als »Mainstream-Presse«, was eine homogene, dem eigenen Standpunkt gegenüberstehende Masse unterstellt, nutzt dieselbe Quelle jedoch im selben Satz als Beleg für die eigene Behauptung. Diese wechselnde Zuschreibung von Misstrauen und Autorität macht die Bewertung der Presse abhängig davon, ob sie gerade nützt.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich sage nicht »die Presse« und nenne kein Medium beim Namen, ich sage »Mainstream-Presse« — ein Wort, das schon unterstellt, es gebe eine gleichgeschaltete Masse gegenüber einer wahren, unabhängigen Minderheit, zu der ich gehöre. Dass ich ausgerechnet diese »Mainstream-Presse« als Beleg zitiere, verrate ich nicht als Widerspruch — im Gegenteil, das »sogar« soll zeigen: selbst die, die mich sonst verschweigen, mussten diesmal zugeben, dass ich recht habe. So nutze ich das Misstrauen gegen etablierte Medien und ihre Autorität im selben Atemzug, je nachdem, was mir gerade nützt. Wer den Begriff übernimmt, hat die Spaltung in »die da« und »wir hier« schon mitgekauft, ohne dass ich sie begründen musste.

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