Belegte Aussage — Jan Scharfenort (AfD)
„Elmar Theveßen musste sich offiziell entschuldigen für seinen Hass und seine Hetze, die er über Charlie Kirk verbreitet hat. Das können Sie in der Mainstream-Presse sogar nachlesen.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung setzt eine unbenannte Medienquelle als »Mainstream-Presse«, was eine homogene, dem eigenen Standpunkt gegenüberstehende Masse unterstellt, nutzt dieselbe Quelle jedoch im selben Satz als Beleg für die eigene Behauptung. Diese wechselnde Zuschreibung von Misstrauen und Autorität macht die Bewertung der Presse abhängig davon, ob sie gerade nützt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht »die Presse« und nenne kein Medium beim Namen, ich sage »Mainstream-Presse« — ein Wort, das schon unterstellt, es gebe eine gleichgeschaltete Masse gegenüber einer wahren, unabhängigen Minderheit, zu der ich gehöre. Dass ich ausgerechnet diese »Mainstream-Presse« als Beleg zitiere, verrate ich nicht als Widerspruch — im Gegenteil, das »sogar« soll zeigen: selbst die, die mich sonst verschweigen, mussten diesmal zugeben, dass ich recht habe. So nutze ich das Misstrauen gegen etablierte Medien und ihre Autorität im selben Atemzug, je nachdem, was mir gerade nützt. Wer den Begriff übernimmt, hat die Spaltung in »die da« und »wir hier« schon mitgekauft, ohne dass ich sie begründen musste.