Belegte Aussage — Oliver Kirchner (AfD)
„In einer Zeit, die von Kriegstreibern wie MarieAgnes Strack-Zimmermann, Norbert Röttgen, Roderich Kiesewetter oder dem Kriegskanzler Friedrich Merz zu Münchhausen bestimmt wird,“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung reiht den Bundeskanzler in eine Liste von »Kriegstreibern« ein und verdichtet diese Zuschreibung im Kompositum »Kriegskanzler« zu einem quasi-amtlichen Titel, der Politik auf Kriegsbereitschaft reduziert; die tatsächliche sicherheitspolitische Position wird nicht benannt, die suggestive Wortneuschöpfung ersetzt die Begründung.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich baue ein neues Wort, das sich wie ein Titel anhört, nicht wie ein Vorwurf. »Kriegskanzler« – das klingt, als stünde es schon im Geschichtsbuch, als hätte ich nichts erfunden, sondern nur benannt. Eine einzelne Position zu Waffenlieferungen oder Bündnisverpflichtungen erwähne ich nicht – wozu auch, wenn das Wort selbst schon das Urteil spricht. Ich reihe ihn in eine Liste von »Kriegstreibern« ein, dann wirkt die Zuspitzung wie Beschreibung, nicht wie Kampagne. Wer den Namen künftig hört, hört das Wort mit – und muss sich fragen, was daran falsch sein soll, wenn ich es doch nur »Kanzler« plus »Krieg« genannt habe.