Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Lydia Funke (AfD)

„Was hat Ihre vermeintliche Wissenschaft Gender in der Landwirtschaft und im Wald zu suchen?“

Quelle

Sprecher
Lydia Funke (AfD)
Datum
2016-12-14
Quelle
Stenografischer Bericht 7/16 — Tagesordnungspunkt 0
Fundort
Plenarprotokoll 7/16, TOP 0
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/016stzg.pdf
Beleg-ID
fs-lawi-0013 · Absatz aus fs-lawi-abs-0063

Kodierte sprachliche Mittel

Delegitimieren

Gegenstrategie gegen Delegitimieren: Quelle und Sache trennen: Der Angriff auf die Instanz beantwortet die Sachfrage nicht. Die prüfbare Aussage von der angegriffenen Quelle lösen und für sich prüfen. · Angenommen, die Quelle wäre dir gleichgültig — stimmt der Inhalt? Worauf stützt sich deine Ablehnung der Sache selbst? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die rhetorische Frage stellt den Wissenschaftscharakter der Genderforschung durch das Wort »vermeintlich« grundsätzlich infrage, ohne inhaltliche Argumente gegen deren Methodik oder Ergebnisse vorzubringen. Zugleich suggeriert die Frageform, dass Gender-Themen in Land- und Forstwirtschaft per se sachfremd seien.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich muss nicht widerlegen, dass Genderforschung wissenschaftlich arbeitet – ich setze einfach »vermeintlich« davor, und schon steht der Zweifel im Raum, ohne dass ich ihn begründen müsste. Die Frageform tut den Rest: Wer fragt »was hat das hier zu suchen«, muss keine Antwort liefern, er hat die Fremdheit schon behauptet. So erledige ich zwei Dinge auf einmal, ohne ein einziges Argument: Ich entziehe dem Fach den wissenschaftlichen Status, und ich erkläre das Thema für sachfremd in einem Bereich, in dem es angeblich nichts verloren hat.

Begriffe in dieser Aussage

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