Belegte Aussage — Hannes Loth (AfD)
„Ihr dramatischer Eingriff in die Landwirtschaft, die unsere Landwirte in Ihre Energieplanwirtschaft gezwungen hat“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDramatisieren / DammbruchSprachkritische Analyse
Der Begriff »Energieplanwirtschaft« ruft die historisch negativ konnotierte Planwirtschaft der DDR auf und überträgt sie auf die staatliche Energiepolitik, wodurch marktwirtschaftliche Steuerungsmechanismen und Förderprogramme als autoritäre Zwangswirtschaft erscheinen. Das Wort »gezwungen« verstärkt die Unterstellung fehlender Wahlfreiheit der Landwirte.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich baue das Wort »Planwirtschaft« in meinen Begriff ein, weil jeder sofort weiß, was das heißt – Mangel, Bevormundung, ein System, das gescheitert ist. Ob es sich tatsächlich um Zwang oder um Förderanreize handelt, die man auch ablehnen könnte, unterscheide ich nicht mehr, sobald das Wort einmal steht. »Gezwungen« sage ich, nicht »angereizt« oder »gefördert«, damit den Landwirten jede eigene Entscheidung abgesprochen wird. So wird aus einer umstrittenen, aber demokratisch beschlossenen Energiepolitik ein Zwangssystem, gegen das sich aufzulehnen selbstverständlich erscheint.