Belegte Aussage — Robert Farle (AfD)
„wenn Menschen mit der Berufung auf die Menschenrechte und die Menschlichkeit allen Ernstes begründen wollen, dass alle Menschen, die irgendwo auf der Welt in Not sind, in unser Land kommen können und die Segnungen unseres Landes in Empfang nehmen können.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
PauschalisierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung belegt Sozialstaatsleistungen mit dem sakral-ironischen Wort »Segnungen« und rahmt sie so als unverdiente Gnadengabe statt als Rechtsanspruch. Zugleich pauschalisiert der Satz von »allen Menschen, die irgendwo auf der Welt in Not sind« zu einer unbegrenzten Anspruchsmenge, wodurch individuelle Fluchtgründe unsichtbar werden und Migration als bloße Ausnutzung erscheint.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage nicht »Sozialleistungen«, ich sage »Segnungen« — dann klingt jeder Antrag wie ein Griff in eine fremde Schatzkammer, nicht wie ein Recht. Ich weite die Gruppe ins Grenzenlose: »alle Menschen, irgendwo, in Not« — so verschwindet der einzelne Fluchtgrund hinter einer Masse, die angeblich nur herkommt, um zu kassieren. Wer meine Formulierung wiederholt, hat schon akzeptiert, dass es hier um Abgreifen geht, nicht um Not.