Belegte Aussage — Christian Mertens (AfD)
„„Reformistisch, ja fast humanitär sind die Vorstellungen von Sellner zur Praxis der Remigration. Von Deportation, wie die linken Spitzel zu insinuieren versuchen, ist bei Sellner nie die Rede, im Gegenteil, an erster Stelle stehen ‚Rückwanderungsanreize‘, gefolgt von Strategien der Deislamisierung und erst danach werden Assimilations- und Remigrationsdruck ins Spiel gebracht. Nicht einmal einen Anklang an die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegenüber Minderheiten wie Juden, Roma, Sinti und Homosexuelle, wie es das Wort ‚Deportation‘ signalisiert, findet man.“ Wer an seinen Wissenslücken etwas ändern möchte: Ich habe ein Buch von ihm dabei. Sie könnten hineinschauen. Ich gebe es Ihnen gern. Ein weiteres Buch mit dem Titel „Remigration“ wird bald erscheinen. Darin können Sie nachlesen. Aber ich nehme an, das wird dann so laufen wie bei Frau Merkel damals, als es um das Buch von Thilo Sarrazin ging. Ungelesen einfach in die Öffentlichkeit posaunt: Dieses Buch sei nicht hilfreich. Genauso läuft das an dieser Stelle auch ab. - Danke.“
Quelle
- Sprecher
- Christian Mertens (AfD)
- Datum
- 2024-01-25
- Quelle
- Stenografischer Bericht 8/57 — Aktuelle Debatte
- Fundort
- Plenarprotokoll 8/57, TOP 2
- Original
- https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/057stzg.pdf
- Beleg-ID
- fs-migr-abs-0204
Kodierte sprachliche Mittel
DelegitimierenEuphemismusKampfbegriffLeugnen & VerharmlosenNormalisierungTäter-Opfer-UmkehrVerschweigen / HalbwahrheitHumanität (Argumentationsmuster)Kultur & Identität (Argumentationsmuster)Gegenstrategie gegen Euphemismus: Das beschönigende Wort in Klartext übersetzen und die verdeckte Härte benennen — das Wort selbst nicht weiterverwenden, sondern die wörtliche Bezeichnung einfordern. · Was passiert da konkret — kannst du es einmal ohne das schonende Fachwort sagen? · forschungsgestuetzt
Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt
Gegenstrategie gegen Täter-Opfer-Umkehr: Das Machtverhältnis konkret machen: Wer kann wem tatsächlich etwas antun, wer trägt belegbar die Folgen? Die Umkehr lebt davon, dass niemand die realen Folgen vergleicht. · Wer trägt hier tatsächlich die Folgen — was ist dem angeblichen Opfer konkret geschehen, und was den anderen? · argumentationstheoretisch
Gegenstrategie gegen Delegitimieren: Quelle und Sache trennen: Der Angriff auf die Instanz beantwortet die Sachfrage nicht. Die prüfbare Aussage von der angegriffenen Quelle lösen und für sich prüfen. · Angenommen, die Quelle wäre dir gleichgültig — stimmt der Inhalt? Worauf stützt sich deine Ablehnung der Sache selbst? · argumentationstheoretisch
Gegenstrategie gegen Leugnen & Verharmlosen: Erst den Leugnungstyp bestimmen (bestritten, kleingeredet, ›nicht so gemeint‹?), dann gezielt: Beleg vorlegen, Wiederholungsmuster zeigen oder die wörtliche Benennung einfordern — und die Beweislast nicht übernehmen: Nicht widerlegt heißt nicht widerlegt, nicht wahr. · Was sagt die gesicherte Beleglage — und bestreitest du sie, oder redest du sie nur klein? · argumentationstheoretisch
Gegenstrategie gegen Normalisierung: Die Verschiebung selbst zum Thema machen: die Serie zeigen, nicht den Einzelfall — und dem beiläufigen Ton den sachlichen Rahmen nehmen, indem man benennt, was da gerade nebenbei gesetzt werden soll. · Seit wann sagen wir das so beiläufig — und wem nützt es, dass es inzwischen normal klingt? · eigenuebertrag
Gegenstrategie gegen Verschweigen / Halbwahrheit: Den fehlenden Kontext liefern: Bezugsgröße, Basisrate, Vergleichswert, Zeitreihe. Die wahre Zahl bleibt wahr — erst ihr Rahmen macht aus ihr eine Irreführung oder eine Information. · Die Zahl stimmt — aber verglichen womit? Welcher Kontext fehlt, damit sie etwas bedeutet? · forschungsgestuetzt
Gegenstrategie gegen Kultur & Identität (Argumentationsmuster): Diese Antwort wappnet vorbeugend — sie richtet sich nicht an den Sprecher einer bereits gefallenen Parole, sondern an ein Publikum, das die Behauptung von unvereinbaren Kulturen noch nicht durchschaut hat; deshalb erklärt sie ruhig, statt zu widerlegen, und setzt unschlüssige Zuhörer nicht mit der Parole gleich. Der Ansatzpunkt ist die stillschweigende Prämisse: Wer nur unter engen Bedingungen von »echte Integration, also Assimilation, gelingt« spricht, unterstellt, es gebe nur eine Richtung der Anpassung — die der Zugewanderten an eine unveränderliche Mehrheitskultur. Tatsächlich verändern sich Gesellschaften mit Zuwanderung in beide Richtungen, graduell und über Generationen; das ist der historische Normalfall, den auch Deutschland selbst durchlaufen hat. Genau hier setzt eine sokratische Nachfrage an: »Welche eigene Gewohnheit, welchen eigenen Umgangston hat sich denn in den letzten dreißig Jahren verändert — war das schon Identitätsverlust?« Diese Frage zwingt, die Leerstelle offenzulegen, statt sie mit Statistik zu kontern — wer Zahlen gegen das Gefühl von Heimatverlust setzt, akzeptiert bereits deren Nullsummen-Logik und hat schon verloren. Zugleich lohnt der Appell an einen konkreten gemeinsamen Wert: Wer in Sachsen-Anhalt lebt, kennt selbst mehrere Kulturschichten in der eigenen Biografie — Herkunftsregion, DDR-Sozialisation, Nachwende-Umbrüche —, ohne dass daraus ein Identitätsverlust wurde. Wo das Bild von »kulturfremden« Menschen fällt, lohnt sich die ruhige Übersetzung: Das Wort markiert eine Grenze, keine Beschreibung, und diese Grenze lässt sich benennen, ohne die Person, die sie zieht, damit schon zur Gegnerin zu erklären. Wer so fragt und übersetzt, nimmt der Prämisse die Selbstverständlichkeit, ohne die Tür zuzuschlagen — anders als das Kontern, das auf offene Konfrontation im Moment selbst zielt. · Diese Antwort wirkt im Moment der Konfrontation — anders als das Immunisieren geht es nicht darum, ein Publikum zu wappnen, sondern die Behauptung live zu entlarven; deshalb darf sie schärfer sein, muss aber die Person von der Parole trennen und nicht in Empörung kippen, die der Sprecher als Opferrolle verbuchen würde. Der wirksamste Hebel ist, die Technik zu benennen: Wer verlangt, Eingebürgerte müssten »seine alte Identität loslassen«, formuliert keine Beschreibung, sondern eine Bedingung — offenzulegen, statt über die Dosierung zu diskutieren, wie viel »Identität« man denn noch behalten dürfe. Wer darüber verhandelt, hat die Prämisse längst akzeptiert; das ist die Falle. Stattdessen lohnt der direkte Widerspruch: Kultur ist keine Substanz, die man vollständig besitzt oder verliert, sondern ein Zusammenspiel aus Sprache, Alltag, Recht und Gewohnheit, das sich laufend neu mischt — auch innerhalb einer als homogen imaginierten Mehrheitsgesellschaft. Konkret zeigt sich das an »kulturfremde Hilfsarbeiter und Versorgungsmigranten«: Der Ausdruck tut so, als beschreibe er Berufe, transportiert aber eine Zugehörigkeitsgrenze — benennbar mit: »Sie sprechen von Hilfsarbeit, meinen aber Herkunft.« Auch wo Menschen »in ihrem Kulturraum verbleiben« sollen: keine Analyse, sondern Grenzziehung im Gewand der Ortsbeschreibung. Wo dieselbe Setzung sich als bloße Feststellung tarnt — »Es entstehen Parallelgesellschaften. Das ist kein negativer Unterton; das ist einfach so« —, hilft die Rückfrage: »Warum betonen Sie dann, dass es keiner sei?« Ein klarer Satz zieht die Grenze: »Kulturen, die sich nicht verändern dürften, hätte es nie gegeben — auch unsere nicht.« Wer so kontert, entzieht der Behauptung ihre Tarnung als Tatsachenfeststellung, ohne selbst auf ihrem Boden weiterzustreiten. · Vorbeugen heißt: Ein Publikum stark machen, das die Behauptung von unvereinbaren Kulturen noch nicht durchschaut hat. Es richtet sich nicht an den, der die Parole schon gesagt hat. Deshalb erklärt dieser Text ruhig, statt zu widerlegen — und setzt unschlüssige Zuhörer nicht mit der Parole gleich. Der Ansatzpunkt ist die stille Annahme dahinter: Wer nur unter engen Bedingungen von »echte Integration, also Assimilation, gelingt« spricht, unterstellt: Es gebe nur eine Richtung der Anpassung — die der Zugewanderten an eine Mehrheitskultur, die sich selbst nie verändert. Tatsächlich verändern sich Gesellschaften mit Zuwanderung in beide Richtungen. Langsam, über Generationen. Das ist der normale Fall in der Geschichte — auch Deutschland selbst hat das durchgemacht. Genau hier hilft eine einfache Frage: »Welche eigene Gewohnheit, welchen eigenen Umgangston hat sich denn in den letzten dreißig Jahren verändert — war das schon Identitätsverlust?« Diese Frage zwingt dazu, die Lücke im Argument offenzulegen — statt mit Statistik dagegenzuhalten. Wer Zahlen gegen ein Gefühl von Heimatverlust setzt, akzeptiert bereits dessen Nullsummen-Logik und hat schon verloren. Auch ein Appell an einen gemeinsamen Wert lohnt sich: Wer in Sachsen-Anhalt lebt, kennt selbst mehrere Kulturschichten in der eigenen Biografie — Herkunftsregion, DDR-Zeit, die Umbrüche nach der Wende —, ohne dass daraus ein Identitätsverlust wurde. Fällt das Wort »kulturfremden«, lohnt sich die ruhige Übersetzung: Das Wort markiert eine Grenze, keine Beschreibung. Und diese Grenze lässt sich benennen, ohne die Person, die sie zieht, gleich zur Gegnerin zu erklären. Wer so fragt und übersetzt, nimmt der Annahme ihre Selbstverständlichkeit — ohne die Tür zuzuschlagen. Das unterscheidet diesen Weg vom Kontern, das auf offenen Widerspruch im Moment selbst zielt. · Kontern wirkt im Moment der Konfrontation. Anders als beim Vorbeugen geht es nicht darum, ein Publikum stark zu machen, sondern die Behauptung sofort zu entlarven. Deshalb darf der Ton schärfer sein — muss aber die Person von der Parole trennen und darf nicht in Empörung kippen. Empörung würde der Sprecher nur als Opferrolle verbuchen. Der stärkste Hebel: die Technik benennen. Wer verlangt, Eingebürgerte müssten »seine alte Identität loslassen«, beschreibt nichts — er stellt eine Bedingung. Das offenzulegen ist wichtiger, als über die Dosierung zu streiten: wie viel »Identität« man denn noch behalten dürfe. Wer darüber verhandelt, hat die Annahme dahinter schon akzeptiert — das ist die Falle. Besser ist der direkte Widerspruch: Kultur ist keine Substanz, die man ganz besitzt oder ganz verliert. Sie ist ein Zusammenspiel aus Sprache, Alltag, Recht und Gewohnheit, das sich laufend neu mischt — auch innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft, die sich selbst für einheitlich hält. Konkret zeigt sich das an »kulturfremde Hilfsarbeiter und Versorgungsmigranten«: Der Ausdruck tut so, als beschreibe er Berufe. Tatsächlich zieht er eine Grenze der Zugehörigkeit — benennbar mit: »Sie sprechen von Hilfsarbeit, meinen aber Herkunft.« Auch wo Menschen »in ihrem Kulturraum verbleiben« sollen: keine Analyse, sondern eine Grenzziehung im Gewand einer Ortsbeschreibung. Wo dieselbe Setzung sich als reine Feststellung tarnt — »Es entstehen Parallelgesellschaften. Das ist kein negativer Unterton; das ist einfach so« —, hilft die Rückfrage: »Warum betonen Sie dann, dass es keiner sei?« Ein klarer Satz zieht die Grenze: »Kulturen, die sich nicht verändern dürften, hätte es nie gegeben — auch unsere nicht.« Wer so kontert, nimmt der Behauptung ihre Tarnung als Tatsache — ohne selbst auf ihrem Boden weiterzustreiten.
Gegenstrategie gegen Humanität (Argumentationsmuster): Wer ein Publikum gegen dieses Muster wappnen will, verfolgt ein anderes Ziel als der Konter im Schlagabtausch: Es geht nicht darum, einem Redner die Maske abzunehmen, sondern darum, dass Zuhörer die Doppelbewegung erkennen, bevor sie verfängt — deshalb erklärend, an der Sache, und ohne der Person die Menschlichkeit abzusprechen, womit man das Muster nur selbst wiederholen würde. Der Kern der Aufklärung ist unscheinbar: auf das kleine Wort vor der Humanität achten. Wo eine »wirklich humane Flüchtlingspolitik« versprochen wird, lohnt der Hinweis, dass hier nicht mehr Menschlichkeit angeboten wird, sondern eine andere Definition — und dass diese Definition zufällig genau das gebietet, was ohnehin gefordert war. Die sokratische Nachfrage macht das sichtbar, ohne anzuklagen: Woran würde man erkennen, dass die Hilfe vor Ort ankommt? Wer bestimmt, wer wirklich Schutz braucht — und nach welchem Verfahren? Solche Fragen verlangen keinen Streit über Gesinnung, nur über Nachprüfbarkeit. Genau hier liegt auch der gemeinsame Wert, an den sich anknüpfen lässt: Dass Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken sollen, ist kein Streitpunkt — strittig ist allein, ob die vorgeschlagene Politik das erreicht oder nur behauptet. Wichtig bleibt, die Person, die die Formel wiederholt, nicht mit dem Manöver gleichzusetzen: Viele übernehmen sie im guten Glauben, Hilfe vor Ort sei schlicht effizienter. Immunisieren heißt, den Unterschied zwischen einem geprüften Vergleich und einem bloßen Etikett hörbar zu machen — bevor das Etikett die Debatte entschieden hat. · Im Moment der Konfrontation verschiebt sich das Ziel: Eine konkrete Aussage steht im Raum und muss vor Publikum gestellt werden — schneller, direkter, an der vorliegenden Formulierung statt am allgemeinen Muster. Die wichtigste Regel: sich nicht auf den Wettstreit einlassen, wer der Humanere ist — wer das tut, übernimmt die Prämisse, Menschlichkeit sei eine Frage der Selbstzuschreibung, und verliert auf fremdem Boden. Stärker ist, das Manöver selbst zu benennen: »Sie definieren Menschlichkeit gerade so um, dass sie exakt Ihre Forderung ergibt — das ist keine humanitäre Abwägung, das ist ein Etikett.« Wo die Gegenseite pauschal zum Heuchler erklärt wird — etwa »Aus vorgeblich humanitären Gründen« —, lässt sich der Spieß sachlich umdrehen: Ein unterstelltes Motiv ist kein Argument; welche Tatsache genau spricht gegen den Vorschlag? Und wo Hilfe vor Ort als die eigentliche Menschlichkeit auftritt, hilft die Nachfrage nach dem Konkreten: welches Programm, welches Budget, welche Schutzzone — oder bleibt es beim Adverb? Spätestens wenn Remigrationskonzepte als »fast humanitär« firmieren, ist der Punkt erreicht, an dem eine Grenze zu ziehen ist. Ein Satz wie »Über Effizienz von Hilfe kann man streiten — über die Umdeutung von Ausweisungsfantasien in Menschenfreundlichkeit nicht« markiert sie, ohne zu schreien. Entscheidend ist der Ton: keine Empörung, die nur die Erzählung vom moralisierenden Establishment nährt, sondern der ruhige Nachweis, dass hier ein Wort die Arbeit verrichtet, die eigentlich Belege leisten müssten. Der Konter steht, wenn das Publikum das Etikett als Etikett gesehen hat. · Wer ein Publikum vorbeugend schützen will, hat ein anderes Ziel als im Schlagabtausch. Es geht nicht darum, jemanden zu entlarven. Es geht darum, dass Zuhörer den doppelten Trick erkennen, bevor er wirkt. Deshalb: erklären statt angreifen. Und niemandem die Menschlichkeit absprechen — sonst wiederholt man den Trick nur selbst. Der wichtigste Tipp ist unscheinbar: auf das kleine Wort vor der Menschlichkeit achten. Wer eine »wirklich humane Flüchtlingspolitik« verspricht, bietet nicht mehr Menschlichkeit an. Er bietet eine andere Definition an. Und die passt zufällig genau zur eigenen Forderung. Gute Nachfragen machen das sichtbar, ohne Streit: Woran erkennt man, dass die Hilfe vor Ort ankommt? Wer entscheidet, wer wirklich Schutz braucht? Nach welchem Verfahren? Das sind keine Fragen nach der Gesinnung. Das sind Fragen nach der Nachprüfbarkeit. Dabei hilft ein gemeinsamer Wert: Niemand will, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. Darüber streitet keiner. Strittig ist nur, ob die vorgeschlagene Politik das erreicht — oder es bloß behauptet. Wichtig ist noch eins: Menschen, die diese Formeln wiederholen, nicht mit dem Trick gleichsetzen. Viele glauben ehrlich, Hilfe vor Ort sei einfach besser. Vorbeugen heißt: den Unterschied hörbar machen zwischen einem geprüften Vergleich und einem bloßen Etikett — bevor das Etikett die Debatte entschieden hat. · Im direkten Streit ist das Ziel ein anderes. Eine konkrete Aussage steht im Raum. Sie muss vor Publikum geprüft werden — schnell und deutlich, an der Aussage statt am allgemeinen Muster. Die wichtigste Regel: nicht mitspielen bei der Frage, wer der bessere Mensch ist. Wer das tut, akzeptiert die stille Annahme, Menschlichkeit sei Selbstauskunft — und verliert auf fremdem Boden. Stärker ist, den Trick zu benennen: »Sie definieren Menschlichkeit gerade so um, dass sie exakt Ihre Forderung ergibt — das ist keine humanitäre Abwägung, das ist ein Etikett.« Wird die Gegenseite pauschal zum Heuchler erklärt — etwa »Aus vorgeblich humanitären Gründen« —, hilft ein ruhiger Hinweis: Ein unterstelltes Motiv ist kein Argument. Welche Tatsache spricht gegen den Vorschlag? Und wenn Hilfe vor Ort als die wahre Menschlichkeit auftritt: nach dem Konkreten fragen. Welches Programm? Welches Geld? Welche Schutzzone? Oder bleibt es beim kleinen Wort davor? Spätestens wenn ein Remigrations-Konzept als »fast humanitär« gelobt wird, braucht es eine klare Grenze. Zum Beispiel mit dem Satz: »Über Effizienz von Hilfe kann man streiten — über die Umdeutung von Ausweisungsfantasien in Menschenfreundlichkeit nicht«. Dabei ruhig bleiben. Keine Empörung — die nährt nur die Erzählung vom moralisierenden Establishment. Der Konter sitzt, wenn das Publikum das Etikett als Etikett erkannt hat.
Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.