Selbst-Etikettierung
Beschreibung
Die Gruppe gibt sich einen schmeichelnden Namen oder eine harmlose Pose (»Querdenker«, »Spaziergang«).
Wirksame Gegenrede
- Das Selbst-Etikett gegen das belegte Handeln halten und es nicht übernehmen — die Akteure präzise beim dokumentierten Verhalten benennen statt bei ihrer Pose.
- Passt der schmeichelnde Name zum belegten Tun — was genau ist daran harmlos?
- praxiswissen
Beleg
Wodak, »The Politics of Fear« (2015), Kap. 1: positive Selbstdarstellung als konstitutives Merkmal rechtspopulistischer Rhetorik — die Selbstinszenierung als Retter oder Anwalt des »einfachen Mannes« ist publikumsabhängiges Rollenspiel. Ottomeyer (2022, S. 178–181) nennt die psychische Funktion: eine kompensatorische Antwort auf erlebte Kränkung und Statusverlust.
Hier trainierst du die Gegenrede dagegen
- Übungsfall: Elternabend, danach auf dem Parkplatz
- Übungsfall: Kommentarspalte, laut vorgelesen
- Übungsfall: Kneipentresen an der Ecke
- Übungsfall: Nachbarschafts-Chatgruppe am Abend
- Übungsfall: Spielplatz
- Übungsfall: Warteschlange am Wertstoffhof
- Übungsfall: Wahllokal, als Wahlhelfer beim Einsammeln der Stimmzettel
- Übungsfall: Schützenfest, am Bierausschank
Beleg-Beispiele (642)
- „Politik darf keine Versorgungsanstalt sein, sondern ist dem Bürger verpflichtet – sachlich, transparent und ideologiefrei.“
- „Der Staat muss wieder seine Kernaufgaben erfüllen und das Träumen anderen überlassen!“
- „unser Einheimischenmodell“
- „Wohnraum zuerst für Berliner – Einheimischenmodell“
- „Berlin vergibt jedes Jahr hohe Summen an linksradikale NGOs und Vereine, die eine fragwürdige ideologische Agenda betreiben und bürgerlichen Patriotismus …“
- „Wir setzten auf eine technologieoffene Energiepolitik statt auf neosozialistische Marktsteuerung.“
- „Wir setzen auf echte Chancengleichheit statt erzwungener Ergebnisgleichheit. Jeder Mensch soll unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Hintergrund die …“
- „Die AfD steht für Chancengleichheit statt Ergebnisgleichheit.“
- „Die AfD steht für eine Kultur des Lebens und ist im Einklang mit der deutschen Rechtsprechung der Meinung, dass der Lebensschutz bereits beim Embryo beginnt.“
- „Als Erben der christlich-abendländischen Kultur sehen wir unseren Auftrag darin, unser kulturelles Erbe zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln. Dazu …“