Naturalisieren
Beschreibung
Soziales wird als Abstammung, Natur oder Schicksal ausgegeben — das »Eigene« gegen das »Fremde«.
Wirksame Gegenrede
- Den Sein-Sollen-Sprung benennen: Aus ›so ist es von Natur‹ folgt kein ›so soll es sein‹ — und die Naturbehauptung ist meist eine gesellschaftliche Setzung im Naturkostüm.
- Woher weißt du, dass das Natur ist und nicht Gewohnheit — und selbst wenn: warum wäre es damit richtig?
- argumentationstheoretisch
Beleg
Reisigl/Wodak, »Discourse and Discrimination« (2001), Kap. 2, S. 77: naturalisierende Metaphorik bündelt zwei Schlussregeln zugleich — »Naturgewalten sind gefährlich« und »gegen Gefahr muss gehandelt werden« —, wodurch die politische Entscheidung hinter scheinbarer Naturgesetzlichkeit verschwindet. Kemper/Weinbach (»Klassismus«, 2018, Kap. 1.5.1) beschreiben denselben Mechanismus als Verbannung des Sozialen »ins Reich der Natur«, womit es unverhandelbar wird.
Hier trainierst du die Gegenrede dagegen
Beleg-Beispiele (836)
- „Durch die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ wird die natürliche Schamgrenze der Kinder verletzt und erleichtert dadurch sexuelle Übergriffe.“
- „Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, ist die Keimzelle unserer Gesellschaft und muss vom Staat geschützt und gefördert werden.“
- „Dabei braucht jedes Kind Vater und Mutter in der gesamten Kindheit.“
- „Umfängliche Sozialprogramme, großzügige Geld- statt Sachleistungen und fehlende Abschiebungen machen Berlin zum starken Magneten für Migration.“
- „Die Schule muss den Kindern die normale Familie bestehend aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen, als Vorbild vermitteln.“
- „Die Nation ist der Fluchtpunkt aller Kultur.“
- „Die Nation ist das Fundament der Kultur. Kultur hat also national zu sein.“
- „Der Mensch an sich ist noch nicht erfunden worden. Trotz alles globalistischen Getöses ist der Mensch immer noch zu haben nur als Deutscher, Russe, Italiener, …“
- „Regionen sind überhaupt nur Regionen von Nationen. Das Internationale vollends weiß sich, wie der der Begriff schon sagt, gar nicht anders zu bestimmen als ein …“
- „Dann haben Sie gefragt: Was ist deutsche Kunst? - Wissen Sie, solange es ein deutsches Volk gibt, gibt es deutsche Kunst, und das werden Sie wohl nicht …“