Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)

„10 % bis 20 % der Arbeit der Landeszentrale kann man gelten lassen, der Rest ist als Bildung deklarierte und kaschierte politische Indoktrination zugunsten der Altparteien.“

Quelle

Sprecher
Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
Datum
2025-01-22
Quelle
Stenografischer Bericht 8/82 — Beratung Schluss mit politischer Bevormundung und Indoktrination! Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung! Antrag Fraktion AfD - Drs. 8/5020
Fundort
Plenarprotokoll 8/82, TOP 27
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/082stzg.pdf
Beleg-ID
fs-bild-1038 · Absatz aus fs-bild-abs-0301

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffPauschalisieren

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Pauschalisieren: Das ›die‹ auflösen (wer konkret?), die Stichprobe prüfen und Gegenbeispiele benennen — der Schluss vom Einzelnen auf das Wesen einer Gruppe ist der klassische Fehlschluss der voreiligen Verallgemeinerung. · Auf wie vielen Fällen beruht das — und gilt es für alle oder für Einzelne, die man benennen kann? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung räumt scheinbar großzügig einen Rest an Legitimität ein ("10 % bis 20 % kann man gelten lassen"), um die pauschale Abwertung des übrigen Wirkens der Landeszentrale als "Indoktrination" als maßvolles, abwägendes Urteil erscheinen zu lassen. Der Begriff "Indoktrination" unterstellt eine bewusste, einseitige Gehirnwäsche und ersetzt damit die Möglichkeit fachlicher Kritik an einzelnen Angeboten durch einen Generalverdacht gegen die gesamte Einrichtung. Mit "zugunsten der Altparteien" wird zugleich behauptet, die eigene politische Position stehe außerhalb des parteipolitischen Spektrums, während alle anderen demokratischen Parteien zu einem homogenen, interessengeleiteten Block erklärt werden.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich räume ein kleines Zugeständnis ein — 10 bis 20 Prozent lasse ich gelten —, damit ich als jemand wirke, der differenziert und nicht pauschal urteilt. Genau dieser Anschein der Fairness trägt dann den viel größeren Rest meines Satzes: den Rest erkläre ich zur "kaschierten politischen Indoktrination". Ich muss kein einziges Beispiel nennen, keine konkrete Unterrichtseinheit, kein Material — das Wort "Indoktrination" liefert das Urteil schon mit, es unterstellt Absicht und Täuschung, ohne dass ich sie belegen müsste. Und mit "Altparteien" ziehe ich die Trennlinie, die ich brauche: alle anderen Parteien verschmelzen zu einem einzigen, alten, interessengeleiteten Apparat, während ich selbst außerhalb dieses Spiels zu stehen scheine. Wer mir widerspricht, verteidigt scheinbar nicht politische Bildung, sondern Gehirnwäsche im Dienst der Etablierten.

Begriffe in dieser Aussage

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