Belegte Aussage — Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD)
„Politisch-ideologische Indoktrination, die falsche Gleichheit der Inklusion und der ganztägige Zugriff des Staates auf die Kinder, das sind die Abgötter dieser sogenannten Bildungspolitik.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDelegitimierenSprachkritische Analyse
Die Formulierung reiht „falsche Gleichheit der Inklusion" in eine Trias mit „Indoktrination" und staatlichem „Zugriff auf die Kinder" und nennt alle drei „Abgötter" — ein religiös aufgeladener Kampfbegriff, der Nachteilsausgleich für benachteiligte Schüler als ideologische Verfälschung diskreditiert, ohne den pädagogischen Zweck der Inklusion zu benennen. Das Wort „falsch" suggeriert eine natürliche, unhinterfragbare Ungleichheit, gegen die Inklusion angeblich verstößt, und stützt so einen Meritokratie-Topos, der Förderbedarfe als Etikettenschwindel erscheinen lässt.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich stelle „falsche Gleichheit" neben „Indoktrination" und nenne beides in einem Atemzug „Abgötter" — ein Wort aus dem Katechismus, das sofort moralische Empörung weckt, ganz ohne dass ich einen einzigen Fakt über Inklusion nennen muss. Wer die Gleichheit „falsch" nennt, unterstellt, es gäbe eine richtige, natürliche Ungleichheit, die der Staat mit Nachteilsausgleich künstlich verwischt. Dass Inklusion Kindern mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten überhaupt erst eine faire Chance verschafft, sage ich nicht — das würde meinen Vorwurf sofort entkräften. Stattdessen packe ich sie in dieselbe Reihe wie den „ganztägigen Zugriff des Staates auf die Kinder", damit sie wie ein Teil eines größeren ideologischen Übergriffs wirkt, nicht wie eine pädagogische Fördermaßnahme. So wird aus einer Ausgleichspolitik ein Symbol für staatliche Anmaßung, und wer sie verteidigt, verteidigt in meiner Erzählung gleich mit die „Indoktrination".