Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Ulrich Siegmund (AfD)

„dieses Weltoffenheitsgedöns, das hier immer rauf und runter gespült wird und Ihre Partei auf die 10 % gebracht hat“

Quelle

Sprecher
Ulrich Siegmund (AfD)
Datum
2018-08-31
Quelle
Stenografischer Bericht 7/54 — Beratung Fördermittelvergabe an den Verein „Miteinander e. V.“ und angeschlossene Projekte im Rahmen der sogenannten „Demokratieförderung“ des Landes Sachsen-Anhalt Große Anfrage Fraktion AfD - Drs. 7/2247 Antwort Landesregierung - Drs. 7/2791
Fundort
Plenarprotokoll 7/54, TOP 10
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp7/054stzg.pdf
Beleg-ID
fs-demo-0258

Kodierte sprachliche Mittel

Kampfbegriff

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Wortbildung hängt an den positiv besetzten Begriff »Weltoffenheit« die abwertende Nachsilbe »-gedöns« (überflüssiges, lästiges Getue) und entwertet damit den zugrundeliegenden Wert selbst als bloße Attitüde, ohne ihn inhaltlich zu widerlegen.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich muss »Weltoffenheit« nicht widerlegen, ich hänge nur »Gedöns« dran, und schon ist aus einem Wert ein läppisches Getue geworden. Wer das Wort ernst nimmt, wirkt selbst lächerlich, genau das will ich erreichen. Dass meine Gegner mit diesem Begriff Erfolg hatten, drehe ich um: nicht ihre Position war überzeugend, sondern ihr »Gedöns« hat die Leute nur genervt, bis sie zu mir gewechselt sind.

Begriffe in dieser Aussage

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