Belegte Aussage — Ulrich Siegmund (AfD)
„dieses Weltoffenheitsgedöns, das hier immer rauf und runter gespült wird und Ihre Partei auf die 10 % gebracht hat“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Wortbildung hängt an den positiv besetzten Begriff »Weltoffenheit« die abwertende Nachsilbe »-gedöns« (überflüssiges, lästiges Getue) und entwertet damit den zugrundeliegenden Wert selbst als bloße Attitüde, ohne ihn inhaltlich zu widerlegen.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich muss »Weltoffenheit« nicht widerlegen, ich hänge nur »Gedöns« dran, und schon ist aus einem Wert ein läppisches Getue geworden. Wer das Wort ernst nimmt, wirkt selbst lächerlich, genau das will ich erreichen. Dass meine Gegner mit diesem Begriff Erfolg hatten, drehe ich um: nicht ihre Position war überzeugend, sondern ihr »Gedöns« hat die Leute nur genervt, bis sie zu mir gewechselt sind.