Gegen Rechte Reden

Belegte Aussage — Christian Hecht (AfD)

„denn Sie sind die Totengräber der Demokratie.“

Quelle

Sprecher
Christian Hecht (AfD)
Datum
2026-04-20
Quelle
Stenografischer Bericht 8/110 — Zweite Beratung Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes des Landes Sachsen-Anhalt über Versammlungen und Aufzüge Gesetzentwurf Fraktion AfD - Drs. 8/6650 (Erste Beratung in der 108. Sitzung des Landtages am 04.03.2026)
Fundort
Plenarprotokoll 8/110, TOP 5
Original
https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/110stzg.pdf
Beleg-ID
fs-demo-0266 · Absatz aus fs-demo-abs-0064

Kodierte sprachliche Mittel

KampfbegriffDramatisieren / Dammbruch

Gegenstrategie gegen Kampfbegriff: Das Wort in keiner Form übernehmen, auch nicht verneint oder in Anführungszeichen — benennen, dass es verurteilt statt beschreibt, und ein eigenes, beschreibendes Wort setzen. · Beschreibt dieses Wort etwas — oder verurteilt es nur? Wie hieße die Sache neutral? · forschungsgestuetzt

Gegenstrategie gegen Dramatisieren / Dammbruch: Die behauptete Kette Schritt für Schritt prüfen und die Gegenkräfte benennen, die sie stoppen — den Katastrophen-Rahmen dabei nicht nacherzählen, sondern nüchtern verkleinern. · Führt wirklich jeder Schritt zwingend zum nächsten — und welche Kräfte würden die Kette längst stoppen? · argumentationstheoretisch

Vertiefung: alle Manipulationsmittel und ihre Gegenrede.

Sprachkritische Analyse

Die Formulierung überträgt ein Bild aus dem Bereich Tod und Bestattung auf den politischen Gegner und unterstellt ihm damit, aktiv am Untergang der Demokratie mitzuwirken. Der Kampfbegriff „Totengräber“ dramatisiert eine politische Meinungsverschiedenheit zu einem existenziellen Vorgang, bei dem die Demokratie bereits als Leiche behandelt wird. Eine sachliche Auseinandersetzung mit der Position des Gegners wird dadurch überflüssig, das Bild ersetzt das Argument.

So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):

Ich brauche kein einziges Argument, ich brauche nur ein Bild, das sich festsetzt. »Totengräber« – das riecht nach Erde, nach etwas, das schon vorbei ist, nach jemandem, der mit der Schaufel dabeisteht, während andere noch hoffen. Wer so genannt wird, muss sich erst einmal von dem Verdacht freischwimmen, überhaupt ein Mörder zu sein, bevor er zu seiner eigentlichen Position kommt – und genau diese Zeit gewinne ich. Die Demokratie behandle ich dabei schon wie eine Tote, über die man nur noch spricht, nicht wie etwas, das gerade verhandelt wird. So wird aus einem Streit über Politik ein Drama über Leben und Tod, und in diesem Drama bin natürlich ich derjenige, der noch am offenen Grab steht und warnt.

Begriffe in dieser Aussage

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