Belegte Aussage — Christian Hecht (AfD)
„denn Sie sind die Totengräber der Demokratie.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffDramatisieren / DammbruchSprachkritische Analyse
Die Formulierung überträgt ein Bild aus dem Bereich Tod und Bestattung auf den politischen Gegner und unterstellt ihm damit, aktiv am Untergang der Demokratie mitzuwirken. Der Kampfbegriff „Totengräber“ dramatisiert eine politische Meinungsverschiedenheit zu einem existenziellen Vorgang, bei dem die Demokratie bereits als Leiche behandelt wird. Eine sachliche Auseinandersetzung mit der Position des Gegners wird dadurch überflüssig, das Bild ersetzt das Argument.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich brauche kein einziges Argument, ich brauche nur ein Bild, das sich festsetzt. »Totengräber« – das riecht nach Erde, nach etwas, das schon vorbei ist, nach jemandem, der mit der Schaufel dabeisteht, während andere noch hoffen. Wer so genannt wird, muss sich erst einmal von dem Verdacht freischwimmen, überhaupt ein Mörder zu sein, bevor er zu seiner eigentlichen Position kommt – und genau diese Zeit gewinne ich. Die Demokratie behandle ich dabei schon wie eine Tote, über die man nur noch spricht, nicht wie etwas, das gerade verhandelt wird. So wird aus einem Streit über Politik ein Drama über Leben und Tod, und in diesem Drama bin natürlich ich derjenige, der noch am offenen Grab steht und warnt.