Belegte Aussage — AfD-Fraktion
„Die Gestaltung der Programmarbeit des neu zu strukturierenden öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist im Sinne eines „Grundversorgungs-Rundfunks“ anzulegen“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
EuphemismusSprachkritische Analyse
Der Ausdruck »Grundversorgungs-Rundfunk« verengt den verfassungsrechtlich verankerten Auftrag einer umfassenden Grundversorgung sprachlich auf eine bloße Mindestversorgung und suggeriert damit, das heutige Programm gehe über eine legitime Notwendigkeit hinaus. Die geforderte Neustrukturierung wird als technischer Anpassungsschritt dargestellt, obwohl sie einen massiven Rückbau des Angebots bedeuten würde. So verschiebt die Wortwahl die Deutungshoheit darüber, was im Rundfunk »Grund« und was »Überfluss« sei.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich nenne mein Ziel nicht Rückbau oder Kürzung, sondern »Grundversorgung« – ein Wort, das nach Fürsorge klingt, nicht nach Abbau. Wer könnte gegen Grundversorgung sein? Verschwiegen bleibt, dass der Rundfunkstaatsvertrag diesen Begriff längst mit einem breiten, vielfältigen Auftrag füllt, den ich auf ein Minimum zusammenstreichen will. Mit »neu zu strukturieren« klingt mein Vorhaben nach Organisationsreform, nicht nach der Halbierung eines Programms. So kann ich einen radikalen Einschnitt als bloße Anpassung an das »eigentlich Nötige« verkaufen.