Belegte Aussage — Mario Lehmann (AfD)
„Dabei meine ich natürlich das Bundesland Baden-Württemberg vor der Machtübernahme durch Rot-Grün.“
Quelle
Kodierte sprachliche Mittel
KampfbegriffSprachkritische Analyse
Die Formulierung bezeichnet einen demokratisch durch Wahlen legitimierten Regierungswechsel als „Machtübernahme“ – ein Begriff, der Illegitimität, Putsch oder gewaltsame Aneignung konnotiert – und stellt damit den regulären Vorgang eines Koalitionswechsels als widerrechtlichen Akt dar, ohne dies zu begründen.
So hört der ideologiekritisch geschulte Leser das unausgesprochene Kalkül (Rekonstruktion, kein Zitat):
Ich sage „Machtübernahme“, obwohl ich einen ganz normalen Regierungswechsel nach einer Wahl meine – das Wort schmuggelt Putsch und Widerrechtlichkeit in einen demokratischen Vorgang. Dass Rot-Grün eine Mehrheit errungen hat wie jede andere Koalition vor ihr, sage ich nicht; das würde meinen Vorwurf sofort entkräften. Stattdessen klingt es, als hätten sie sich etwas angeeignet, das ihnen nicht zusteht, statt es gewählt zu bekommen. So bleibt im Ohr: Was danach kam, war schon von Anfang an unrechtmäßig – ganz gleich, was die Regierung tatsächlich getan hat.